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Barbara

Gutes Essen war schon immer Teil meines Lebens. Seit 2012 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und koche als Privatköchin in Wien und in der Karibik.

Wir sind zurück am Schiff. Zurück in Grenada, in der Wärme und am Wasser. Nach all den Jahren ist es ein zweites zu Hause und ein schöner Ort um Weihnachten zu feiern.

Weihnachten. Ein Fest, dass wir wie kein anderes mit Bräuchen und Kindheitserinnerungen verbinden. Der Geruch von Nelken, Zimt und Vanille, der Geschmack von Punsch, Kekserln und Lebkuchen, ein Adventkalender und der Christbaum. All das verbindet. Aber schon beim typischen Weihnachtsessen geht’s wieder auseinander, denn von Bratwurst und Geselchtem bis hin zu Fischbeuschelsuppe, Karpfen und Gans, alles hat in Österreich Platz und alles hat Tradition. Weihnachten ist ein kollektives Fest mit vielen, sehr individuellen und persönlichen Facetten.

Für mich wurde unsere Tradition des Besinnlichen durch die Offenheit hier ergänzt. Laute Reggae-Weihnachtslieder im engen Bus gehören da genauso dazu wie strahlende Season Greetings beim Aussteigen und das BBQ mit Freunden. Der Geruch nach Meer ist für mich Weihnachten geworden und ein Glas leuchtend roter Sorrel mittlerweile der Inbegriff von Advent.

Karibische Weihnachtsrezepte

Für Sorrel, den Saft der Feiertage, werden die roten Blüten einer Hibiskuspflanze, die hier Sorrel genannt wird, mit Zimt, Nelken und Orangenschalen angesetzt – also mit unserem Spektrum an weihnachtlichen Gewürzen. Sehr ähnlich aber dann doch ganz anders…

Hibiskusblüten-Sekt

Wer während der Feiertage ein bisschen Karibik, also Sorrel, in ein Sektglas bringen möchte besorge sich ein Glas „Wild Hibiscus Flowers in Syrup“, z.B. beim Meinl am Graben (die getrockneten Hibiskusblüten sind für dieses Rezept nicht geeignet), gebe eine Sorrelblüte, etwas Sirup und einen Spritzer Angosturabitters dazu und gieße mit sehr trockenem Sekt auf. Das schaut hübsch aus und schmeckt auch noch gut.

 

Eton Mess – ein einfaches Dessert für viele Personen

Einfaches und fruchtiges Dessert – die Eton Mess
Foto: Fonda

Und noch ein karibischer Klassiker für die Feiertage oder immer dann, wenn man eine fruchtige Nachspeise für viele sucht: die Eton Mess. Eigentlich typisch Englisch ist sie über die Karibik in mein Rezept-Repertoire gekommen. Gerade jetzt eignet sie sich zur Weihnachtskekserl-Eiklar-Aufarbeitung und Windgebäck oder Christbaum-Baiser-Behang-Verwendung.

Ich hab der Eton Mess unlängst einen eigenen Blogeintrag auf im7ten.com gewidmet, da findet Ihr auch mein Rezept. Wenn es um die Auswahl der Früchte geht empfehle ich von Grenada aus eine Kombination aus Mango und Passionsfrucht 🙂

Frohe Weihnachten und Season Greetings!

Schön blöd, wenn man kurz vor der Hochzeit eine lange Liste mit Dingen bekommt, die man nicht essen soll. Eh nur für einige Monate, dafür aber sehr konsequent, damit die Ergebnisse beim nächsten Unverträglichkeitstest aussagekräftig sind. Und noch blöder, wenn eine gute Freundin seit Wochen an der Hochzeitstorte tüftelt und auf der DON’T EAT Liste auch Gluten und Milchprodukte stehen.

Gut für mich, denn aufwändige und reich verzierte Hochzeitstorten sind ja so gar nicht mein Metier, aber eine „maßgeschneiderte“ Torte für die Braut, das mache ich gerne!

Do Eat Liste statt Don’t Eat Liste

Die Liste mit den Nahrungsmittel, die nicht in Torte sollen ist wirklich lang und je öfter ich sie lese, umso mehr Ideen kommen mir – mit den DON’T EAT Zutaten… Ich mache also das, was ich auch in meinen Kochkursen für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten rate, eine Liste mit den Zutaten die hinein dürfen!

Es ist wirklich erstaunlich und jedes Mal wieder ein erleichterndes Aha-Erlebnis, sobald nicht mehr die verbotenen, sondern die erlaubten Lebensmittel im Vordergrund stehen, wird der Gusto darauf geweckt.

Es fällt so plötzlich viel leichter diese Zutaten auf verschiedene Arten zu kombinieren und regt dazu an, die gewohnten Geschmackswege zu verlassen. Oft stellt man fest, dass das absolute Lieblingsgericht mit einer kleinen Abänderung immer noch schmeckt!

Diese DO EAT Listen sind oft auch ein guter Grund wieder mit offenen und neugierigen Augen durch den Supermarkt zu gehen und außerdem eine gute Entschuldigung neue Produkte auszuprobieren.

✅ Do Eat ✅

  • Reis & Wildreis
  • Walnüsse
  • Zitrone
  • Paradeiser
  • Eier
  • Avocado

Die Torte für die Braut

Die Torte der BrautZurück zur Torte. Mit der DO EAT Liste war ich schnell bei Buchweizen, Walnüssen, Eier, Reismilch, Kakaobutter, Zitrone und Vanille und das klingt doch schon fast wie eine fertig Torte, oder?

Ich hatte endlich wieder einen Grund um eine neue Kuvertüre von Zotter auszuprobieren, nämlich die weißen Reismilchkuvertüre-Glühbirnchen, die wirklich extrem easy sind in der Verwendung, aber das würde jetzt zu weit führen… Unter die wirklich schön weiße Kuvertüre habe ich flaumige Buchweizen-Walnussböden und eine zitronig-frische Vanillecreme verpackt. Das war ganz mein Typ Torte: das nussig-erdige von Buchweizen und Walnüssen, die edle Vanilleschote und die freche Zitronenschale. So macht Backen Spaß!

Geschmeckt hat’s auch, die Braut hat mir geschrieben, dass sie nie gedacht hätte, „dass eine Torte mit so vielen Einschränkungen so gut sein kann!“

Eh, weil’s eben einfach auf die Sicht der Dinge ankommt… 😉

Ich sitze im Sensoriklabor der BOKU Wien, die Atmosphäre ist konzentriert, weiß und steril. Vor mir stehen nummerierte Stamperln mit klaren Flüssigkeiten und ich soll erschmecken welches süß, sauer, bitter, salzig, umami und neutral ist.

Ein erster Schluck. Dursichtig, wässrig, nichts. In meinem Hirn beginnt´s zu arbeiten. Was schmecke ich? Wo ist meine Geschmackserinnerung?

Noch ein Minischluck, den ich versuche besser im Mund zu verteilen. In meinem Kopf arbeitet´s immer noch wie wild. Schmecken ohne der Hilfe von Fühlen und Sehen hat eine ganz neue Qualität.

Anhand von 11 verschiedenen Cocktailparadeiser Sorten, bzw Typen lerne ich meine geschmacklichen Grenzen kennen.

Vieles an dem Projekt* ist für mich neu und spannend. Aus 60 Bewerbern wurden mittels sensorischem Geschmackstest 15 ausgewählt. Unser Geschmack wurde gemessen und bewertet, war keine persönlich „Geschmackssache“ mehr. Und dann sitzen wir 15 um einen Tisch, verkosten Paradeiser und es entsteht ein fast babylonisches Durcheinander. Jeder schmeckt etwas anderes, die Meinungen und Empfindungen gehen auseinander um sich nach einiger Zeit bei sehr ähnlichen Beschreibungen wieder zu finden. Oft sind es die Worte die fehlen…

* Das Projekt nennt sich Arbeitsgruppe Bauernparadeiser und hat sich die bäuerlich Saatgutzüchtung und die gemeinsame, standortbezogene Sortenverbesserung zum Ziel gesetzt. Arche Noah, Fibl, die BOKU Wien, BIO AUSTSTRIA, die Gartenbausschule Langenlois, das Lehr- und Forschungszentrum Schönbrunn betreiben und unterstützen das Projekt.


Und da es am Balkon, im Garten und auf den Märkten gerade überall „Paradeiser“ schreit, jetzt noch das Rezept für eine schnelle und köstliche Paradeiser Tarte, die ich gerne für meine Mittagessen mache.

Paradeiser Tarte


Rezept: Paradeiser Tarte

  • 350 g – 400 g Paradeiser, am besten in unterschiedlichen Farben und Formen
  • 140 g Ziegenfrischkäse
  • 3 EL geriebener Parmesan
  • 1 Bd  Thymian, die Blätter abgezupft
  • 1 Blätterteig
  • 2 TL Honig
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Ei, zum Bestreichen der Ränder

  1. Die großen Paradeiser in 1 cm dicke Scheiben schneiden, die Cocktailparadeiser halbieren.
  2. Ziegenfischkäse mit Parmesan und Thymian verrühren.
  3. Den Blätterteig ausrollen und die Ränder ca 2 cm breit abschneiden. Mit Ei bestreichen und so auf den Teig legen, dass ein erhöhter Rand entsteht.
  4. Den gewürzten Ziegenfrischkäse innerhalb der Ränder verteilen und dicht mit den Paradeisern belegen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit den 2 TL Honig beträufeln.
  5. Die Ränder mit Ei bestreichen.
  6. Die Paradeiser Tarte im vorgeheizten Backrohr bei 200 ° C Umluft 20 – 25 Minuten backen bis der Rand schön gebräunt ist.
  7. Vor dem Servieren etwas überkühlen lassen.

 

Wenn das Wetter wärmer und freundlicher wird, kommt die Lust auf mehr Obst und Gemüse ganz von selber. Das hat die Natur schon gut eingerichtet und bringt damit unser Inneres mit dem Äußeren in Einklang.

Ich find´s immer schön, wenn es nach der Winterpause wieder mehr heimisches Gemüse gibt und freue mich jedes Mal, wenn ich was neues aus er Region im Regal entdecke!

Jetzt gibt´s neben Spargel scOLYMPUS DIGITAL CAMERAhon Gurken, Paprika, Radieschen und Eiszapfen, Rucola, Salat, viele Kräuter, Rhabarber und die ersten Erdbeeren!

Die Salate von Helene sind wieder riesengroß, knackig-frisch und können die Nähe zum Erdreich nicht verleugnen. Ich mag´s, wenn ich merke wo die Lebensmittel gewachsen sind, da wasche ich den Salat auch gerne doppelt 

Ein ganz anderer Salat, den ich im Moment oft mache ist eine Art „Übergangssalat“ aus gekochten Erbsen und Radieschen. Ich liebe diesen Salat und bin jedes Mal wieder begeistert vom Kontrast der Zutaten, der für mich erst im Mund so richtig sensationell wird. Die weichen, süßlichen Erbsen und die knackigen, manchmal ein bisschen scharfen Radieschen, verbindend der Feta und erfrischend die Minze. Ausprobieren!

Der Salat eignet sich übrigens auch hervorragend zum Mitnehmen ins Büro oder als Beilage beim Grillen!

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Rezept: Marinierte Erbsen & Radieschen

  • 300 g tiefgekühlte Erbsen
  • 1 Bd Radieschen
  • Gutes Essen war schon immer Teil meines Lebens. Seit 2012 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und koche als Privatköchin in Wien und in der Karibik.75 g Feta
  • 2 – 3 Stämme Minze
  • 1 Bd Petersilie
  • 2 EL weißer Balsamico
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Die Erbsen nach Packungsanweisung in wenig kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Abseihen und sofort mit kaltem Wasser abkühlen, damit sie ihre schöne Farbe behalten.

Die Radieschen in Würfel schneiden, den Feta grob zerbröseln oder auch in Würfel schneiden. Die Minze und die Petersilie hacken.

Erbsen, Radieschen Feta und Minze vermischen. Mit weißem Balsamico, Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer marinieren.


 

Teure Markenmesser sind Teil des neuen Lifestyles geworden. Als absolut unverzichtbar werden sie uns von prominenten Köchinnen, Magazinen, Starköchen und Herstellern angepriesen. Wir können, nein müssen wählen, denn die Wahl des Messers ist ein Statement, eine Philosophie.

Nur auf die Schärfe der Messer wird vordergründig kein Wert mehr gelegt und viele Köchinnen und Köche haben Angst davor. Die Gefahr sich zu schneiden scheint logisch und, dass man sich sogar mit stumpfen Messern immer wieder verletzt, dient als Bestätigung dieser Skepsis.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Mit gut geschliffenen Messern schneidet man nicht nur besser und schneller sondern verletzt sich auch viel weniger. Messer sind zum Scharfsein gemacht. Kein Wunder also, dass sie stumpf nicht viel taugen, der schneidenden Hand viel zu viel Druck abverlangen und dann doch nicht schneiden sondern abrutschen. Direkt auf die Finger der anderen Hand.

Sommerreife Paradeiser sind der Paradetest für ein Messer!

Fast wie von selber soll ein scharfes Messer durch die pralle Haut gleiten, den Paradeiser in saftige Scheiben schneiden, ihn nicht zerdrücken und zerquetschen.

Mit einem scharfen Messer macht Schneiden Spaß. Ein großes, scharfes Messer und ein bisschen Technik verwandeln das einst lästige schneiden von Zwiebel und Gemüse in ein rhythmisches Zerteilen von Gerüchen und Farben.

Schneiden, ein bisschen Technik

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Finger greifen den Messergriff weit vorne und umfassen dabei auch die Klinge. Der Messergriff liegt daher sowohl in der Hand als auch unter dem Handgelenk. Die leichte, wiegende Schneidebewegung beginnt in der Schulter und setzt sich über den Oberarm bis ins Messer fort. Die Messerspitze bleibt am Brett. Wie Wellenschneiden, nur dass darunter die Petersilie liegt.

Theoretisch vielleicht ein bisschen schwer vorzustellen aber leicht und logisch wenn man es einmal unter Anleitung ausprobiert hat.


Nur Mut! Tut Euch und Euren Messern etwas Gutes und lasst sie ab und zu schleifen.
Der Aufwand lohnt sich, versprochen!


Ergänzend sind ein guter, stabiler Messerschleifer zum Durchziehen oder ein Schleifstein unverzichtbare Begleiter, an die man sich schnell gewöhnt und die man dann nicht mehr missen möchte. Der oft empfohlene Wetzstahl allerdings ist für Ungeübte schwierig zu Bedienen und nimmt dem Messer ganz leicht die scharfe Schneide.

Designte Messer sind gut, scharfe Messer sind besser!

Zum Abschluss ein paar Tipps damit Eure Messer länger scharf bleiben:

  • Messer nicht in eine Lade legen sondern in einem Messerblock oder an einer Magnetzeile aufbewahren.
  • Holzbretter oder weich Plastikbretter verwenden, Bretter aus Glas oder Stein sind für scharfe Messerklingen zu hart
  • Messer nach dem Gebrauch unter fließendem Wasser abspülen und trocknen. Reinigungsmittel und Salz im Geschirrspüler greifen nicht nur die Schneide an auch die Griffnieten der Messer können erodieren.
  • Lebensmittel bitte, bitte nicht mit der scharfen Klinge vom Brett schieben! Oft wird der Messerrücken zum Schieben empfohlen, aber da macht mir die scharfe, nach oben gedrehte Klinge Angst! Ich schiebe oder hebe das Geschnittene lieber mit einer Teigkarte vom Brett

In Wien kann man seine Messer schleifen lassen bei: