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Barbara

Gutes Essen war schon immer Teil meines Lebens. Seit 2012 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und koche als Privatköchin in Wien und in der Karibik.

Jede und jeder von uns hat genügend Bretter, aber wenn irgendwo eine schöne Farbe, ein Angebot, ein nettes Muster oder eine cooles Design lockt, dann greifen wir wieder zu. Aber was erwarten wir eigentlich von einem Brett? Was soll und was kann es können?

Mein erstes Plädoyer habe ich für scharfe Messer geschrieben, weil sie für mich zu den wichtigsten Küchenwerkzeugen gehören. Aber gute Messer brauchen Platz. Platz auf dem sie schneiden können, also ein ausreichend großes Brett! Ausreichen ist Geschmacksache, ich weiß, aber damit lasse ich heute niemanden durchkommen, denn meine These ist:

Grundsätzlich sind die meisten Schneidbretter zu klein.

Eines meiner liebsten Schneidbretter ist aus Holz und 50 x 30 cm groß. Selbstbewusst beansprucht es seinen Platz auf der Arbeitsfläche, bietet mir die perfekte Plattform zum Schneiden und Hacken und hat außerdem noch ein Eckerl übrig, in dem ich das Geschnittene liegen lassen kann.

Denn mitunter ist es wichtig, das Geschnittene noch am Brett zu behalten, sei es um Stückgrößen aufeinander abzustimmen oder um einen Überblick zu bekommen. Auch Ungeschnittenes lässt sich auf einem großen Brett wunderbar arrangieren und betrachten. Ideen, was man daraus kochen kann, kommen dann oft wie von selbst.

Aber zurück zum Schneiden. Die Bretter, die man gemeinhin zu kaufen bekommt, sind gerade etwas größer als A 4, oder 14 Zoll, für die die sich’s in Monitorgröße besser vorstellen können. Wie soll sich das denn ausgehen?

In Wahrheit überfordert schon eine normalgroße Karotte dieses Platzangebot. So zaghaft und vorsichtig man sie auch schneidet, die Karottenstücke nützen ihre Chance und springen vom Brett. In einer professionellen Küche würde man sich nie mit solchen Brettern plagen! Dort gönnt man Köchinnen und Köchen eine angemessene Arbeitsunterlage und den Zutaten Platz.

Wisst Ihr, was es für eine Freude sein kann auf einem großen, ebenen Brett zu schneiden? Ich mache Euch jetzt nicht vor, dass das Schneiden von einem Kilo Zwiebel dann ein riesengroßer Spaß ist, aber die dünnen, nach dem Waschen im Geschirrspüler oft leicht gebogenen Plastikbretter aus Österreichs beliebtesten Möbelhaus werdet Ihr nach einem Vergleich sicher nicht mehr so gerne benützen.

Das beste Material für ein Schneidbrett

Holzbrett vs Plastikbrett
Das beste Material gibt es in Wahrheit nicht. Bei der Wahl zwischen Holz und Plastik nehmt daher ruhig was Euch besser gefällt oder sympathischer ist. Wo ein qualitativ hochwertiges Holzbrett weniger Gerüche aufnimmt, kann ein gutes Plastikbrett in den Geschirrspüler, schont eines aus weichem Holz die Messer und hat das Bambusbrett am wenigsten Gewicht.
Glas- und Steinbretter
Ein gutes Brett soll den schneidenden Bewegungen des Messers standhalten, der Klinge dabei aber nur einen sanften Widerstand bieten. Glas- und Steinbretter sind daher viel zu hart. Ganz persönlich mag ich sie auch wegen dem klirrend-kratzigen Geräusch nicht, das beim Schneiden entsteht und mich irgendwie beim Arbeiten hemmt.

 

Hygiene & Aufbewahrung

…sind wichtiger als man gemeinhin denkt. Das Brett gleich nach dem Gebrauch mit Spülmittel und wirklich heißem Wasser waschen, dann aufgestellt trocknen lassen. Auch zum Aufbewahren soll das Brett stehen und zwar an einem luftigen Platz also nicht in einer Lade oder einem Fach wo sich die Feuchtigkeit hält und die Keime vermehren.

Für mehr Infos über Bretter, Hygiene & Aufbewahrung: Schneidbretter im Test oder Holz oder Plastik? Schneidbretter im Vergleich

Meine Schneidbrett Empfehlung

schneidbretter_04Nur weil ich sie wirklich ganz besonders toll finde und nicht weil ich daran was verdiene: die Schneidbretter von Epicurean.

Aus dem, ursprünglich für Skateboard-Rampen entwickelten Material gefertigt sind sie formstabil & dünn, nicht schwer & daher gut zum Handhaben. Die Oberfläche ist feinporig & nimmt daher kaum Gerüche auf. Sie ist nicht zu hart & schont daher die empfindlichen Messerklingen.
Quasi als Draufgabe zu all dem dürfen sie auch noch in den Geschirrspüler.

Stimmt, das ist unglaublich! Und hätte ich in der Kochschule in Ashburton nicht 6 Wochen lang auf diesen Brettern gearbeitet, würde ich es auch nicht glauben. Einzig den etwas holen Klang, der beim Schneiden entsteht, finde ich etwas gewöhnungsbedürftig… Ich bin übrigens ein Fan der Kitchen Serie, denn die ist frei von Schnickschnack, Saftrinnen und Gummifüßen.

Einzelne Modelle findet man in gut sortierten Küchengeschäften, ansonsten kann man sie im Onlineshop bestellen.
(internationaler Shop | deutscher Shop)

Noch ein paar Schneidbrett Tipps

  • Wenn das Brett beim Schneiden rutscht oder wackelt, ein gefaltetes Hangerl oder ein Wettex drunter legen. Schon hört’s auf sich zu bewegen und zu klappern und man kann in Ruhe weiterschneiden.
  • Antirutsch- Gummifüßchen sind daher nicht notwendig. Ich finde es außerdem sehr praktisch, wenn ich ein Brett einfach umdrehen kann und damit noch eine saubere Fläche habe.
  • Eine Saftrille finde ich nur dann praktisch, wenn man wirklich einen saftigen Braten schneidet. Für’s alltägliche Arbeiten ist ein Brett, dass nicht durch eine Rille, in der noch dazu klein Geschnittenes „verloren“ geht, verkleinert ist deutlich angenehmer.
  • Da große Bretter meist etwas schwerer sind, nimmt man das Geschnittene am besten mit zwei Teigkarten um es in den Topf oder die Schüssel zu geben. Das Brett kann auf der Arbeitsfläche liegen bleiben.
  • Wenn sich Gerüche trotzig am Brett halten:
    Das Brett mit der Schnittfläche von zwei Zitronenhälften abreiben, dick mit Salz bestreuen und 15 Minuten einwirken lassen. Das Salz mit den Zitronenhälften nochmal gut ins Brett reiben und zum Schluss mit heißem Wasser abspülen. Stehend trocknen lassen.

Als mich Riem Higazi anruft und sich auf ihre ganz eigene, quirlige Art als Moderatorin von FM4 vorstellt, habe ich nicht die leiseste Ahnung, was sie von mir wollen könnte. Ich höre ihr daher einfach zu und da Reden ihr Metier ist bin ich ziemlich schnell im Bilde:

Riem wird bei der nächsten Staffel der Dancing Stars mitmachen.

Elisabeth Engstler stellt in Heute Leben jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer in einem passenden Umfeld vor. Riem reist und kocht gerne. Voilà: Elisabeth Engstler und Riem kommen zum Karibisch Kochen, begleitet von einer Regisseurin, einem Kameramann und einem Tonmann.

Das Vorbereiten. Alles ohne Logos bitte!

Wie genau es ablaufen wird weiß ich nicht, aber ich beginne mit den Vorbereitungen. Chicken Creole, Kokosreis, gebratene Kochbananen und die Ananas-Salsa passen super zusammen und sind schnell zubereitet. Perfekt also für den Dreh! Auf den Zutaten, die wir verwenden, dürfen keine Firmennamen oder Logos sein, ich fülle also einiges in Glaserln und arrangiere anderes in Schüsserln. Gleich kommt da das und-hier-haben-wir-vorbereitet-Fernsehkoch-Gefühl auf. Ich muss schmunzeln, als mir der Gedanke kommt, alles gleich in der benötigten Menge abzufüllen und beginne zu verstehen, wie’s zu diesen unnatürlichen Settings kommt.

Der Drehtag.

Am Tag des Drehs kommen Regisseurin, Kameramann und Tonmann und richten sich mit ihrem Equipment ein. Der Ablauf wird besprochen, wobei der Kameramann alles durch die Aufnahmebrille sieht und durch diese betrachtet, ist meine Küche ja nicht wirklich ideal. Beim Herd stehend gibt’s nämlich nur wenig fernsehtaugliche Bilder von der Seite oder von hinten. Elisabeth Engstler und Riem werden also beim Tisch sitzend arbeiten, während ich im Hintergrund koche.

Die beiden kommen in dem Trubel, der auf der Suche nach guten Einstellungsmöglichkeiten und Bildern entstanden ist, was bei Riem offensichtlich Sehnsucht nach ihrem Mikrofon im FM4 Studio weckt. Beeindruckend, wie schnell sie dann aber Vertrauen ins Bild gewinnt! Plaudernd sitzen die beiden und schneiden Ananas und Frühlingszwiebeln – genau, für die Ananas-Salsa.

Für Kameraeinstellungen und Tonaufnahmen gibt’s unzählige Unterbrechungen. Elisabeth Engstler steigt jedes Mal wieder mühelos an der gewünschten Stelle oder den kurz angerissenen Sätzen ein und verliert erstaunlicher weise niemals den roten Faden. Und Riem verliert ihren Humor nicht! Immer wieder erzählt sie lachend über ihren Bruder, fröhlich über ihre Freude am Kochen und begeistert wie sie ihrem Vater die Teilnahme bei Dancing Stars mitgeteilt hat.

Es kommen eine Reihe von Bildern ohne Ton und Fragen, die Elisabeth Engstler stellt, auf die Reim aber nicht antworten soll. Die beiden brauchen mehr Frühlingszwiebel und Ananas…

Möglichst ohne Lärm zu machen koche ich einstweilen die Sauce Creole und den Kokosreis. Dann gibt’s noch ein paar Aufnahmen von mir. Es ist echt ungewohnt alles nur für die Kamera zu tun und dabei vorzutäuschen sie sei nicht da. In Wahrheit geht es nicht darum ob die Sauce schon lange genug geköchelt hat, sondern ob die Bilder stimmen. Bei der Sauce ist das ja okay, aber die Kochbananen hole ich aus der Pfanne, bevor sie verbrennen und bin erstaunt, dass sie es trotzdem in den Beitrag schaffen.

Apropos Kochbananen. Ob sie Elisabeth Engstler und Riem geschmeckt hätten, weiß ich nicht. Nachdem die Teller angerichtet sind, gibt’s nämlich ein paar Einstellungen mit abschließenden Worten. Ja, auch die wieder mit und ohne Ton sowie mit und ohne Antwort aber immer ohne essen!

Drehschluss. Kein Kochen ohne Essen!

Riem Higazi, Barbara Weissbacher und Elisabeth Engstler

Dann ist der Dreh beendet und plötzlich scheinen es alle wieder eilig zu haben. Es werden Kabel aufgerollt, die Kamera, die Mikrofone und der Scheinwerfer zusammengepackt und dabei resümiert. Es freut mich, dass es mir dennoch gelingt, auch dieses Karibisch Kochen nicht ganz ohne Essen und Sundowner zu beenden. Kameramann und Tonmann freuen sich über das Chicken Creole und alle stoßen mit einem Fruchtpunsch an. Dann sie sind aber auch schon wieder weg und ich beginne mit dem Aufräumen.

Eine Woche später, beim Ansehen des Beitrages wundern mich zwei Dinge. Wie sind aus dem 2 stündigen Puzzle so klare 3 Minuten geworden und wie ist es dem Kameramann gelungen Aufnahmen ohne das entstandene Chaos zu machen?

Riem halte ich bei den Dancing Stars natürlich die Daumen und da sie eine wirklich, wirklich liebe ist, werde ich’s mir vielleicht sogar einmal anschauen… 😉

Wir sind zurück am Schiff. Zurück in Grenada, in der Wärme und am Wasser. Nach all den Jahren ist es ein zweites zu Hause und ein schöner Ort um Weihnachten zu feiern.

Weihnachten. Ein Fest, dass wir wie kein anderes mit Bräuchen und Kindheitserinnerungen verbinden. Der Geruch von Nelken, Zimt und Vanille, der Geschmack von Punsch, Kekserln und Lebkuchen, ein Adventkalender und der Christbaum. All das verbindet. Aber schon beim typischen Weihnachtsessen geht’s wieder auseinander, denn von Bratwurst und Geselchtem bis hin zu Fischbeuschelsuppe, Karpfen und Gans, alles hat in Österreich Platz und alles hat Tradition. Weihnachten ist ein kollektives Fest mit vielen, sehr individuellen und persönlichen Facetten.

Für mich wurde unsere Tradition des Besinnlichen durch die Offenheit hier ergänzt. Laute Reggae-Weihnachtslieder im engen Bus gehören da genauso dazu wie strahlende Season Greetings beim Aussteigen und das BBQ mit Freunden. Der Geruch nach Meer ist für mich Weihnachten geworden und ein Glas leuchtend roter Sorrel mittlerweile der Inbegriff von Advent.

Karibische Weihnachtsrezepte

Für Sorrel, den Saft der Feiertage, werden die roten Blüten einer Hibiskuspflanze, die hier Sorrel genannt wird, mit Zimt, Nelken und Orangenschalen angesetzt – also mit unserem Spektrum an weihnachtlichen Gewürzen. Sehr ähnlich aber dann doch ganz anders…

Hibiskusblüten-Sekt

Wer während der Feiertage ein bisschen Karibik, also Sorrel, in ein Sektglas bringen möchte besorge sich ein Glas „Wild Hibiscus Flowers in Syrup“, z.B. beim Meinl am Graben (die getrockneten Hibiskusblüten sind für dieses Rezept nicht geeignet), gebe eine Sorrelblüte, etwas Sirup und einen Spritzer Angosturabitters dazu und gieße mit sehr trockenem Sekt auf. Das schaut hübsch aus und schmeckt auch noch gut.

 

Eton Mess – ein einfaches Dessert für viele Personen

Einfaches und fruchtiges Dessert – die Eton Mess
Foto: Fonda

Und noch ein karibischer Klassiker für die Feiertage oder immer dann, wenn man eine fruchtige Nachspeise für viele sucht: die Eton Mess. Eigentlich typisch Englisch ist sie über die Karibik in mein Rezept-Repertoire gekommen. Gerade jetzt eignet sie sich zur Weihnachtskekserl-Eiklar-Aufarbeitung und Windgebäck oder Christbaum-Baiser-Behang-Verwendung.

Ich hab der Eton Mess unlängst einen eigenen Blogeintrag auf im7ten.com gewidmet, da findet Ihr auch mein Rezept. Wenn es um die Auswahl der Früchte geht empfehle ich von Grenada aus eine Kombination aus Mango und Passionsfrucht 🙂

Frohe Weihnachten und Season Greetings!

Schön blöd, wenn man kurz vor der Hochzeit eine lange Liste mit Dingen bekommt, die man nicht essen soll. Eh nur für einige Monate, dafür aber sehr konsequent, damit die Ergebnisse beim nächsten Unverträglichkeitstest aussagekräftig sind. Und noch blöder, wenn eine gute Freundin seit Wochen an der Hochzeitstorte tüftelt und auf der DON’T EAT Liste auch Gluten und Milchprodukte stehen.

Gut für mich, denn aufwändige und reich verzierte Hochzeitstorten sind ja so gar nicht mein Metier, aber eine „maßgeschneiderte“ Torte für die Braut, das mache ich gerne!

Do Eat Liste statt Don’t Eat Liste

Die Liste mit den Nahrungsmittel, die nicht in Torte sollen ist wirklich lang und je öfter ich sie lese, umso mehr Ideen kommen mir – mit den DON’T EAT Zutaten… Ich mache also das, was ich auch in meinen Kochkursen für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten rate, eine Liste mit den Zutaten die hinein dürfen!

Es ist wirklich erstaunlich und jedes Mal wieder ein erleichterndes Aha-Erlebnis, sobald nicht mehr die verbotenen, sondern die erlaubten Lebensmittel im Vordergrund stehen, wird der Gusto darauf geweckt.

Es fällt so plötzlich viel leichter diese Zutaten auf verschiedene Arten zu kombinieren und regt dazu an, die gewohnten Geschmackswege zu verlassen. Oft stellt man fest, dass das absolute Lieblingsgericht mit einer kleinen Abänderung immer noch schmeckt!

Diese DO EAT Listen sind oft auch ein guter Grund wieder mit offenen und neugierigen Augen durch den Supermarkt zu gehen und außerdem eine gute Entschuldigung neue Produkte auszuprobieren.

✅ Do Eat ✅

  • Reis & Wildreis
  • Walnüsse
  • Zitrone
  • Paradeiser
  • Eier
  • Avocado

Die Torte für die Braut

Die Torte der BrautZurück zur Torte. Mit der DO EAT Liste war ich schnell bei Buchweizen, Walnüssen, Eier, Reismilch, Kakaobutter, Zitrone und Vanille und das klingt doch schon fast wie eine fertig Torte, oder?

Ich hatte endlich wieder einen Grund um eine neue Kuvertüre von Zotter auszuprobieren, nämlich die weißen Reismilchkuvertüre-Glühbirnchen, die wirklich extrem easy sind in der Verwendung, aber das würde jetzt zu weit führen… Unter die wirklich schön weiße Kuvertüre habe ich flaumige Buchweizen-Walnussböden und eine zitronig-frische Vanillecreme verpackt. Das war ganz mein Typ Torte: das nussig-erdige von Buchweizen und Walnüssen, die edle Vanilleschote und die freche Zitronenschale. So macht Backen Spaß!

Geschmeckt hat’s auch, die Braut hat mir geschrieben, dass sie nie gedacht hätte, „dass eine Torte mit so vielen Einschränkungen so gut sein kann!“

Eh, weil’s eben einfach auf die Sicht der Dinge ankommt… 😉

Ich sitze im Sensoriklabor der BOKU Wien, die Atmosphäre ist konzentriert, weiß und steril. Vor mir stehen nummerierte Stamperln mit klaren Flüssigkeiten und ich soll erschmecken welches süß, sauer, bitter, salzig, umami und neutral ist.

Ein erster Schluck. Dursichtig, wässrig, nichts. In meinem Hirn beginnt´s zu arbeiten. Was schmecke ich? Wo ist meine Geschmackserinnerung?

Noch ein Minischluck, den ich versuche besser im Mund zu verteilen. In meinem Kopf arbeitet´s immer noch wie wild. Schmecken ohne der Hilfe von Fühlen und Sehen hat eine ganz neue Qualität.

Anhand von 11 verschiedenen Cocktailparadeiser Sorten, bzw Typen lerne ich meine geschmacklichen Grenzen kennen.

Vieles an dem Projekt* ist für mich neu und spannend. Aus 60 Bewerbern wurden mittels sensorischem Geschmackstest 15 ausgewählt. Unser Geschmack wurde gemessen und bewertet, war keine persönlich „Geschmackssache“ mehr. Und dann sitzen wir 15 um einen Tisch, verkosten Paradeiser und es entsteht ein fast babylonisches Durcheinander. Jeder schmeckt etwas anderes, die Meinungen und Empfindungen gehen auseinander um sich nach einiger Zeit bei sehr ähnlichen Beschreibungen wieder zu finden. Oft sind es die Worte die fehlen…

* Das Projekt nennt sich Arbeitsgruppe Bauernparadeiser und hat sich die bäuerlich Saatgutzüchtung und die gemeinsame, standortbezogene Sortenverbesserung zum Ziel gesetzt. Arche Noah, Fibl, die BOKU Wien, BIO AUSTSTRIA, die Gartenbausschule Langenlois, das Lehr- und Forschungszentrum Schönbrunn betreiben und unterstützen das Projekt.


Und da es am Balkon, im Garten und auf den Märkten gerade überall „Paradeiser“ schreit, jetzt noch das Rezept für eine schnelle und köstliche Paradeiser Tarte, die ich gerne für meine Mittagessen mache.

Paradeiser Tarte


Rezept: Paradeiser Tarte

  • 350 g – 400 g Paradeiser, am besten in unterschiedlichen Farben und Formen
  • 140 g Ziegenfrischkäse
  • 3 EL geriebener Parmesan
  • 1 Bd  Thymian, die Blätter abgezupft
  • 1 Blätterteig
  • 2 TL Honig
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Ei, zum Bestreichen der Ränder

  1. Die großen Paradeiser in 1 cm dicke Scheiben schneiden, die Cocktailparadeiser halbieren.
  2. Ziegenfischkäse mit Parmesan und Thymian verrühren.
  3. Den Blätterteig ausrollen und die Ränder ca 2 cm breit abschneiden. Mit Ei bestreichen und so auf den Teig legen, dass ein erhöhter Rand entsteht.
  4. Den gewürzten Ziegenfrischkäse innerhalb der Ränder verteilen und dicht mit den Paradeisern belegen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit den 2 TL Honig beträufeln.
  5. Die Ränder mit Ei bestreichen.
  6. Die Paradeiser Tarte im vorgeheizten Backrohr bei 200 ° C Umluft 20 – 25 Minuten backen bis der Rand schön gebräunt ist.
  7. Vor dem Servieren etwas überkühlen lassen.

 

Wenn das Wetter wärmer und freundlicher wird, kommt die Lust auf mehr Obst und Gemüse ganz von selber. Das hat die Natur schon gut eingerichtet und bringt damit unser Inneres mit dem Äußeren in Einklang.

Ich find´s immer schön, wenn es nach der Winterpause wieder mehr heimisches Gemüse gibt und freue mich jedes Mal, wenn ich was neues aus er Region im Regal entdecke!

Jetzt gibt´s neben Spargel scOLYMPUS DIGITAL CAMERAhon Gurken, Paprika, Radieschen und Eiszapfen, Rucola, Salat, viele Kräuter, Rhabarber und die ersten Erdbeeren!

Die Salate von Helene sind wieder riesengroß, knackig-frisch und können die Nähe zum Erdreich nicht verleugnen. Ich mag´s, wenn ich merke wo die Lebensmittel gewachsen sind, da wasche ich den Salat auch gerne doppelt 

Ein ganz anderer Salat, den ich im Moment oft mache ist eine Art „Übergangssalat“ aus gekochten Erbsen und Radieschen. Ich liebe diesen Salat und bin jedes Mal wieder begeistert vom Kontrast der Zutaten, der für mich erst im Mund so richtig sensationell wird. Die weichen, süßlichen Erbsen und die knackigen, manchmal ein bisschen scharfen Radieschen, verbindend der Feta und erfrischend die Minze. Ausprobieren!

Der Salat eignet sich übrigens auch hervorragend zum Mitnehmen ins Büro oder als Beilage beim Grillen!

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Rezept: Marinierte Erbsen & Radieschen

  • 300 g tiefgekühlte Erbsen
  • 1 Bd Radieschen
  • Gutes Essen war schon immer Teil meines Lebens. Seit 2012 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und koche als Privatköchin in Wien und in der Karibik.75 g Feta
  • 2 – 3 Stämme Minze
  • 1 Bd Petersilie
  • 2 EL weißer Balsamico
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Die Erbsen nach Packungsanweisung in wenig kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Abseihen und sofort mit kaltem Wasser abkühlen, damit sie ihre schöne Farbe behalten.

Die Radieschen in Würfel schneiden, den Feta grob zerbröseln oder auch in Würfel schneiden. Die Minze und die Petersilie hacken.

Erbsen, Radieschen Feta und Minze vermischen. Mit weißem Balsamico, Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer marinieren.


 

Teure Markenmesser sind Teil des neuen Lifestyles geworden. Als absolut unverzichtbar werden sie uns von prominenten Köchinnen, Magazinen, Starköchen und Herstellern angepriesen. Wir können, nein müssen wählen, denn die Wahl des Messers ist ein Statement, eine Philosophie.

Nur auf die Schärfe der Messer wird vordergründig kein Wert mehr gelegt und viele Köchinnen und Köche haben Angst davor. Die Gefahr sich zu schneiden scheint logisch und, dass man sich sogar mit stumpfen Messern immer wieder verletzt, dient als Bestätigung dieser Skepsis.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Mit gut geschliffenen Messern schneidet man nicht nur besser und schneller sondern verletzt sich auch viel weniger. Messer sind zum Scharfsein gemacht. Kein Wunder also, dass sie stumpf nicht viel taugen, der schneidenden Hand viel zu viel Druck abverlangen und dann doch nicht schneiden sondern abrutschen. Direkt auf die Finger der anderen Hand.

Sommerreife Paradeiser sind der Paradetest für ein Messer!

Fast wie von selber soll ein scharfes Messer durch die pralle Haut gleiten, den Paradeiser in saftige Scheiben schneiden, ihn nicht zerdrücken und zerquetschen.

Mit einem scharfen Messer macht Schneiden Spaß. Ein großes, scharfes Messer und ein bisschen Technik verwandeln das einst lästige schneiden von Zwiebel und Gemüse in ein rhythmisches Zerteilen von Gerüchen und Farben.

Schneiden, ein bisschen Technik

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Finger greifen den Messergriff weit vorne und umfassen dabei auch die Klinge. Der Messergriff liegt daher sowohl in der Hand als auch unter dem Handgelenk. Die leichte, wiegende Schneidebewegung beginnt in der Schulter und setzt sich über den Oberarm bis ins Messer fort. Die Messerspitze bleibt am Brett. Wie Wellenschneiden, nur dass darunter die Petersilie liegt.

Theoretisch vielleicht ein bisschen schwer vorzustellen aber leicht und logisch wenn man es einmal unter Anleitung ausprobiert hat.


Nur Mut! Tut Euch und Euren Messern etwas Gutes und lasst sie ab und zu schleifen.
Der Aufwand lohnt sich, versprochen!


Ergänzend sind ein guter, stabiler Messerschleifer zum Durchziehen oder ein Schleifstein unverzichtbare Begleiter, an die man sich schnell gewöhnt und die man dann nicht mehr missen möchte. Der oft empfohlene Wetzstahl allerdings ist für Ungeübte schwierig zu Bedienen und nimmt dem Messer ganz leicht die scharfe Schneide.

Designte Messer sind gut, scharfe Messer sind besser!

Zum Abschluss ein paar Tipps damit Eure Messer länger scharf bleiben:

  • Messer nicht in eine Lade legen sondern in einem Messerblock oder an einer Magnetzeile aufbewahren.
  • Holzbretter oder weich Plastikbretter verwenden, Bretter aus Glas oder Stein sind für scharfe Messerklingen zu hart
  • Messer nach dem Gebrauch unter fließendem Wasser abspülen und trocknen. Reinigungsmittel und Salz im Geschirrspüler greifen nicht nur die Schneide an auch die Griffnieten der Messer können erodieren.
  • Lebensmittel bitte, bitte nicht mit der scharfen Klinge vom Brett schieben! Oft wird der Messerrücken zum Schieben empfohlen, aber da macht mir die scharfe, nach oben gedrehte Klinge Angst! Ich schiebe oder hebe das Geschnittene lieber mit einer Teigkarte vom Brett

In Wien kann man seine Messer schleifen lassen bei: