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Rezepte

Wenn Weihnachten naht, beschäftigt man sich meistens nicht nur mit den noch fehlenden Geschenken, sondern auch mit dem Weihnachtsmenü. Für mich ja eine Lieblingsbeschäftigung 🙂 Vielleicht kommt da mein Rezept für gebackenen Ricotta gerade recht!

Eine herrlich leichte Vorspeise, die ich Euch sowohl mit gerösteten Walnüssen & Walnussöl als auch mit schwarzer Trüffel ans Herz legen möchte. Sehr köstlich und perfekt zum Vorbereiten!

Keine leichte Aufgabe: Biofisch hat diesen Herbst dem Bemühen gewidmet, den Karpfen vom typischen Weihnachts-Karpfen Image zu befreien. Eine leichte Aufgabe: Euch bei meinem zweiten Kochvideo mit WAUWAU Pfeffermühlen mit einem Karpfenrezept wieder in die Karibik zu entführen 🙂

Das Karpfenfleisch ist fest und das geschröpfte Filet nimmt den Geschmack von Gewürzen und Kräutern wunderbar auf. Da war der gedankliche Weg zum karibischen Green-Seasoning nicht mehr weit und von da ausgehend war ich gleich bei einem Curry mit Karpfen. Ich bin schon gespannt, wie’s Euch schmecken wird!

In meinem Bio-Fisch Kochkurs Karpfen geht’s übrigens auch darum die Vielfalt der Karpfenzubereitung auszuprobieren und zu erlernen.

Der einzige Nachteil vom Karpfen ist, dass er Karpfen heißt! Würden wir ihn einfach anders nennen und damit die vielen Karpfenerinnerungen umgehen, ich bin überzeugt, er wäre ein beliebter Speisefisch.

Mein Weg zur Karpfenliebe

Die meisten von uns haben einfach kein Bilder, keine Gerüche, keinen Geschmack zu einem Mhmmm-das-war-gut-Karpfengericht.

Bei mir war das auch nicht anders und darum bin ich Marc Mößmer von der ARGE Biofisch sehr dankbar, denn er hat mich vor einiger Zeit auf den Karpfen gebracht. Mit viel Spaß habe ich seither Rezepte für meinen Bio-Fisch Kochkurs Karpfen entwickelt und ausprobiert. Hab Freunde verkosten lassen und mich immer wieder gefreut, wenn’s geschmeckt hat.

„Wow, das ist gut – schmeckt gar nicht nach Karpfen!“

Der arme Karpfen. Er schmeckt also nur, wenn er nicht nach Karpfen schmeckt… Was so natürlich nicht stimmt!

Das Gute am Karpfen

Karpfen aus verantwortungsvoll und nachhaltig bewirtschafteten Teichen schmeckt, und zwar, einfach gut! Karpfen hat keinen sehr aufdringlichen Eigengeschmack und lässt sich daher sehr vielfältig verwenden. Besonders das geschröpfte Filet nimmt Gewürze gut auf. Das Fleisch ist robust aber fein. Karpfen muss nicht so auf den Punkt gebraten werden wie Saibling, Forelle oder gar Thunfisch und schafft es daher immer saftig auf’s Teller.

Ich sag’s Euch, der Karpfen ist der kleine Wunderwuzzi unter den heimischen Fischen! Gut, dass er im Fischratgeber von Greenpeace unter den ganz wenigen Fischen ist, die regelmäßig mit „Wenn Fisch dann dieser“ ausgezeichnet werden 😊

Karpfen gehört zu Weihnachten. Warum das so ist, weiß ich zwar nicht, aber ich hoffe, dass dadurch auch heuer wieder das eine oder andere Vorurteil abgebaut wird. Und um dem Nachzuhelfen habe ich auch gleich ein weihnachtliches Karpfenrezept für Euch, das durch drei Dinge besticht: es ist gut zum Vorbereiten, einfach zum Fertigstellen und optisch extrem weihnachtlich. Was braucht es mehr in den turbulenten Vorbereitungen zum schönsten Fest des Jahres!!! Da kann man schon mal vernachlässigen, dass es zwei durchaus schwierige Produkte vereint, nämlich Karpfen und Rote Rüben.

Okay, okay,… Wer Rote Rüben nicht mag, ersetzt sie einfach durch gemischte Kräuter und etwas gepressten Knoblauch. Wen der Karpfen skeptisch stimmt, dem rate ich dringend, es trotzdem auszuprobieren.

Gutes Gelingen und frohe Weihnachten!


Weihnachtliche Karpfenpackerln

Zutaten für 6 Portionen

  • 900 g Karpfenfilet, geschröpft
  • 1 Glas milder Rote Rüben Salat (ich verwende gerne den von Staud’s)
  • 60 g Butter
  • Kren (frisch gerieben oder aus dem Glas)
  • Honig
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 6 Backpapierstücke, die Standardbreite von ca 38 in 25 cm lange Stücke geschnitten
  • Küchengarn oder Heftklammern

Zubereitung

  1. Karpfenfilet mit kaltem Wasser abspülen, trocknen und in 6 annähernd gleich große Stücke schneiden.
  2. Den Rote Rüben Salat abgießen. Den Kren reißen oder das Glas öffnen 😉  Butter in 6 Stück schneiden.
  3. Je ein Karpfenfilet in die Mitte des Backpapiers legen und mit Salz und Pfeffer würzen. Darauf kommen 2 EL Rote Rüben Salat, ½ TL Honig, 1 guter TL Kren und ein Stück von der Butter. Das Backpapier über dem Fisch zusammenfalten und an den Seiten wie Zuckerln zusammenbinden (oder mit Heftklammern zusammenklammern) und auf ein Backblech legen.
    Bis hierher lässt sich alles sehr gut vorbereiten. Die Karpfenpackerln bis zur Verwendung kühl stellen. Kurz vor dem Essen, das Backrohr auf 200° C Umluft vorheizen und:
  4. Die Karpfenpackerln ins Rohr schieben und bei 200° C Umluft 12 Minuten garen. Aus dem Rohr nehmen, 2 Minuten rasten lassen und entweder im Backpapier oder auf individuelle Teller angerichtet servieren. Dazu passen Salzerdäpfel und ein einfaches Sauerrahmsaucerl.

Wir sind zurück am Schiff. Zurück in Grenada, in der Wärme und am Wasser. Nach all den Jahren ist es ein zweites zu Hause und ein schöner Ort um Weihnachten zu feiern.

Weihnachten. Ein Fest, dass wir wie kein anderes mit Bräuchen und Kindheitserinnerungen verbinden. Der Geruch von Nelken, Zimt und Vanille, der Geschmack von Punsch, Kekserln und Lebkuchen, ein Adventkalender und der Christbaum. All das verbindet. Aber schon beim typischen Weihnachtsessen geht’s wieder auseinander, denn von Bratwurst und Geselchtem bis hin zu Fischbeuschelsuppe, Karpfen und Gans, alles hat in Österreich Platz und alles hat Tradition. Weihnachten ist ein kollektives Fest mit vielen, sehr individuellen und persönlichen Facetten.

Für mich wurde unsere Tradition des Besinnlichen durch die Offenheit hier ergänzt. Laute Reggae-Weihnachtslieder im engen Bus gehören da genauso dazu wie strahlende Season Greetings beim Aussteigen und das BBQ mit Freunden. Der Geruch nach Meer ist für mich Weihnachten geworden und ein Glas leuchtend roter Sorrel mittlerweile der Inbegriff von Advent.

Karibische Weihnachtsrezepte

Für Sorrel, den Saft der Feiertage, werden die roten Blüten einer Hibiskuspflanze, die hier Sorrel genannt wird, mit Zimt, Nelken und Orangenschalen angesetzt – also mit unserem Spektrum an weihnachtlichen Gewürzen. Sehr ähnlich aber dann doch ganz anders…

Hibiskusblüten-Sekt

Wer während der Feiertage ein bisschen Karibik, also Sorrel, in ein Sektglas bringen möchte besorge sich ein Glas „Wild Hibiscus Flowers in Syrup“, z.B. beim Meinl am Graben (die getrockneten Hibiskusblüten sind für dieses Rezept nicht geeignet), gebe eine Sorrelblüte, etwas Sirup und einen Spritzer Angosturabitters dazu und gieße mit sehr trockenem Sekt auf. Das schaut hübsch aus und schmeckt auch noch gut.

 

Eton Mess – ein einfaches Dessert für viele Personen

Einfaches und fruchtiges Dessert – die Eton Mess
Foto: Fonda

Und noch ein karibischer Klassiker für die Feiertage oder immer dann, wenn man eine fruchtige Nachspeise für viele sucht: die Eton Mess. Eigentlich typisch Englisch ist sie über die Karibik in mein Rezept-Repertoire gekommen. Gerade jetzt eignet sie sich zur Weihnachtskekserl-Eiklar-Aufarbeitung und Windgebäck oder Christbaum-Baiser-Behang-Verwendung.

Ich hab der Eton Mess unlängst einen eigenen Blogeintrag auf im7ten.com gewidmet, da findet Ihr auch mein Rezept. Wenn es um die Auswahl der Früchte geht empfehle ich von Grenada aus eine Kombination aus Mango und Passionsfrucht 🙂

Frohe Weihnachten und Season Greetings!

Ich sitze im Sensoriklabor der BOKU Wien, die Atmosphäre ist konzentriert, weiß und steril. Vor mir stehen nummerierte Stamperln mit klaren Flüssigkeiten und ich soll erschmecken welches süß, sauer, bitter, salzig, umami und neutral ist.

Ein erster Schluck. Dursichtig, wässrig, nichts. In meinem Hirn beginnt´s zu arbeiten. Was schmecke ich? Wo ist meine Geschmackserinnerung?

Noch ein Minischluck, den ich versuche besser im Mund zu verteilen. In meinem Kopf arbeitet´s immer noch wie wild. Schmecken ohne der Hilfe von Fühlen und Sehen hat eine ganz neue Qualität.

Anhand von 11 verschiedenen Cocktailparadeiser Sorten, bzw Typen lerne ich meine geschmacklichen Grenzen kennen.

Vieles an dem Projekt* ist für mich neu und spannend. Aus 60 Bewerbern wurden mittels sensorischem Geschmackstest 15 ausgewählt. Unser Geschmack wurde gemessen und bewertet, war keine persönlich „Geschmackssache“ mehr. Und dann sitzen wir 15 um einen Tisch, verkosten Paradeiser und es entsteht ein fast babylonisches Durcheinander. Jeder schmeckt etwas anderes, die Meinungen und Empfindungen gehen auseinander um sich nach einiger Zeit bei sehr ähnlichen Beschreibungen wieder zu finden. Oft sind es die Worte die fehlen…

* Das Projekt nennt sich Arbeitsgruppe Bauernparadeiser und hat sich die bäuerlich Saatgutzüchtung und die gemeinsame, standortbezogene Sortenverbesserung zum Ziel gesetzt. Arche Noah, Fibl, die BOKU Wien, BIO AUSTSTRIA, die Gartenbausschule Langenlois, das Lehr- und Forschungszentrum Schönbrunn betreiben und unterstützen das Projekt.


Und da es am Balkon, im Garten und auf den Märkten gerade überall „Paradeiser“ schreit, jetzt noch das Rezept für eine schnelle und köstliche Paradeiser Tarte, die ich gerne für meine Mittagessen mache.

Paradeiser Tarte


Rezept: Paradeiser Tarte

  • 350 g – 400 g Paradeiser, am besten in unterschiedlichen Farben und Formen
  • 140 g Ziegenfrischkäse
  • 3 EL geriebener Parmesan
  • 1 Bd  Thymian, die Blätter abgezupft
  • 1 Blätterteig
  • 2 TL Honig
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Ei, zum Bestreichen der Ränder

  1. Die großen Paradeiser in 1 cm dicke Scheiben schneiden, die Cocktailparadeiser halbieren.
  2. Ziegenfischkäse mit Parmesan und Thymian verrühren.
  3. Den Blätterteig ausrollen und die Ränder ca 2 cm breit abschneiden. Mit Ei bestreichen und so auf den Teig legen, dass ein erhöhter Rand entsteht.
  4. Den gewürzten Ziegenfrischkäse innerhalb der Ränder verteilen und dicht mit den Paradeisern belegen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit den 2 TL Honig beträufeln.
  5. Die Ränder mit Ei bestreichen.
  6. Die Paradeiser Tarte im vorgeheizten Backrohr bei 200 ° C Umluft 20 – 25 Minuten backen bis der Rand schön gebräunt ist.
  7. Vor dem Servieren etwas überkühlen lassen.