Der Sparschäler – ein gar nicht so unbedeutender Küchenhelfer

Bei meinen Kochkursen sehe ich immer wieder, wie schwer sich manche Teilnehmer*innen mit dem Schälen von Obst und Gemüse tun. Diese Plagerei und die daraus resultierende Unlust ist echt unnötig, denn mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Übung ist das Schälen nicht nur flugs erledigt, sondern macht auch Spaß! Es ist daher nicht übertrieben, sich einmal Gedanken über den Sparschäler zu machen.

Der praktische Wert eines guten Sparschälers ist meiner Meinung nach absolut unterschätzt. Der reelle Wert hält sich sehr in Grenzen. Was wohl mit ein Grund ist, dass man oft zu viele Sparschäler in der Lade hat und gar nicht weiß, welchen man wofür verwenden soll. Denn ja, ganz abgesehen von Deiner persönlichen Vorliebe und Gewohnheit gibt es für jedes Obst und Gemüse den richtigen Sparschäler. Und das geniale ist: wenn Du einen Längsschäler und einen Querschäler besitzt, dann hast Du das gesamte Spektrum abgedeckt.

Warum heißt der Sparschäler Sparschäler?

Weil es mit einem Sparschäler einfach ist, Obst und Gemüse dünn (sparsam) abzuschälen. Um dieses sparsame Abschälen noch einfacher zu machen, befindet sich bei den meisten Modellen ein Abstandhalter gegenüber der Klinge, der die Schäldicke begrenzt. Sparschäler, Gemüseschäler und Schäler meint alles ein und dasselbe und nicht, wie ich lange Zeit gedacht habe, Küchenwerkzeuge mit unterschiedlichen Eigenschaften oder Designs.

 

Was für Sparschäler gibt es?

Sparschäler kann man nach den unterschiedlichen Eigenschaften und Designs folgendermaßen kategorisieren:

Der Längsschäler

Beim Längsschäler liegt die Klinge längs zum Griff und ist quasi eine Verlängerung desselben. Der Längsschäler eignet sich besonders für kleines und rundes Schälgut. Beim Schälen von Erdäpfeln oder Äpfeln liegt der Längsschäler angenehm in der Hand und der Daumen der Schälhand stützt sich am Schälgut ab. Diese Verbindung zwischen Schäler und Schälgut ermöglicht es, Rundungen und kleine, flache Einkerbungen im Verlauf ergonomisch mitzuschälen. Der Längsschäler wird dabei mit den Fingern und der Hand geführt.

Bei langem Schälgut wie Karotten, Spargel und Gurken wird der Längsschäler ohne zusätzlichen Daumenkontakt und mithilfe des ganzen Arms bedient. Der satte Kontakt zum Schälgut fehlt, was sich, mit wenig Übung, eher wackelig anfühlt. Für langes Schälgut empfehle ich daher einen Querschäler.


Der Querschäler

Beim Querschäler liegt die Klinge quer zum Griff, der mit den Fingern der Schälhand gut festgehalten werden kann. Der Querschäler ist daher einfacher zum Halten und ist heute der Schäler, mit dem man als Kind seine Schälkariere beginnt. Das führt oft dazu, dass man für den Rest seines Kochlebens bei diesem Schäler bleibt. Das ist schade, denn das Schälen von kleinerem Obst und Gemüse ist mit dem Längsschäler viel einfacher.

Der Querschäler ist der Sparschäler meiner Wahl, wenn ich langes und großes Gemüse wie Karotten, Spargel, Gurken, Kürbis,… schälen möchte. Bei Verwendung eines Querschälers wird das Schälgut mit einer Hand gehalten und dabei oft am Handballen abgelegt. Der Querschäler wird mit den Fingern der Schälhand gut festgehalten und mithilfe des ganzen Arms dem Schälgut entlanggezogen. (Ein bisschen wie mit einem Nassrasierer.)

Der Querschäler wird, ob seiner Form, manchmal auch Y-Schäler genannt – was man bei den Modellen mit eher dünnem Griff sehr gut versteht. Ich bin ein Fan der Querschäler mit dickem Griff, aber wie gesagt, das ist sehr individuell.


Der Schwenkschäler

Unter einem Schwenkschäler versteht man einen Sparschäler mit beweglicher Klinge. Die Klinge ist auf einem Drehpunkt montiert und passt sich dadurch unter Druck dem Schälgut an. Das macht ihn sehr benutzerfreundlich. Heute sind fast alles Längs- und Querschäler als Schwenkschäler ausgeführt.


Der Sparschäler mit Wellenschliff

Erleichtern das Schälen von Obst und Gemüse mit harter Schale und weichem Fruchtfleisch wie Tomaten oder Kiwis. Es gibt Längs- und Querschäler mit Wellenschliff.


Besondere Sparschäler

Auch unter den Sparschäler gibt es Produkte und Designs, die zu Klassikern geworden sind.

Sparschäler Famos
der Praktische

Der Sparschäler - ein gar nicht so unbedeutender KüchenhelferDer Sparschäler Famos ist ein klassische Längsschäler mit beweglicher und austauschbarer Klinge. Er wurde von Albert Deimel erfunden und 1936 patentiert. Seither wird er in Deutschland gefertigt.

Der Sparschäler Famos ist sehr leicht und liegt mir gut in der Hand. Er ist mein absoluter Liebling, wenn`s ums Erdäpfelschälen geht und kommt bei Bedarf mit zu meinen Kund*innen.


Sparschäler Rex
der Schweizer Designklassiker

Der Sparschäler - ein gar nicht so unbedeutender KüchenhelferDas Original mit dem internationalen Musterschutz («Mod. Int. 11002») ist der erste Sparschäler mit einer quer liegenden Klinge und wurde in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts vom ehrgeizigen Tüftler Alfred Neweczerzal erfunden. Bis 2020 wurde der Sparschäler Rex in einem kleinen Familienunternehmen in Affoltern am Ablis größtenteils von Hand gefertigt und millionenfach verkauft. Im Zuge der Nachfolgeregelung wurde das Familienunternehmen Zena AG der Victorinox AG zum Kauf angeboten und von dieser übernommen.

„Rex“ hat eine bewegliche, quer liegende Klinge und der ergonomische Griff ist aus einem Stück Aluminium gefertigt. Die Stahlklinge ist extrem langlebig und schneidet auch nach jahrelangem Gebrauch noch einwandfrei. „Rex“ ist sowohl zum Schälen von Obst und Gemüse als auch zum Hobeln von Schokolade und Hartkäse geeignet.

Der Sparschäler Rex verbindet Funktionalität und Design auf so geniale Weise, dass er schon in mehreren Design-Ausstellungen gezeigt und 2004  auf der Schweizer 15-Rappen-Briefmarke abgebildet wurde. YSSO – Das Online-Magazin über Handwerk und Design aus dem deutschsprachigen Raum hat 2015 einen sehr schönen Artikel über den „Rex“ und die Geschichte der Zena AG geschrieben: Der King der Küche.

Der Sparschäler Rex ist für Links- und Rechtshänder geeignet.


Sparschäler Jonas
der Klassiker aus Schweden

Der Sparschäler Jonas wurde 1953 in Schweden entworfen und ist, wie der Sparschäler Famos ein leichter Längsschäler mit beweglicher Klinge, der sich perfekt für`s Erdäpfelschälen eignet.

Die Klinge hat zwei Kanten, um die Verwendung in beide Richtungen und mit beiden Händen zu ermöglichen. Obwohl oft kopiert, wird das Original immer noch von Linden Schweden hergestellt. Seit vielen Jahrzehnten ist es der Standardschäler in den USA.


Welche Sparschäler verwende ich?

Der Sparschäler - ein gar nicht so unbedeutender KüchenhelferWie Du sehen kannst, hab ich echt viele Sparschäler Famos und, wie schon weiter oben erwähnt, verwende ich sie sehr gerne zum Erdäpfelschälen.

Die beiden Querschäler sind meine liebsten Schäler für alle geraden und längeren Gemüse wie Karotten, gelbe Rüben, Petersilwurzeln, Pastinaken, Gurken und auch Spargel.

Du hast richtig gesehen und gelesen, ich besitze keinen speziellen Spargelschäler. Das hat zwei Gründe:

  • Ich bin kein wirklicher Gedget-Freak und hab lieber weniger, dafür praktische und mir sympathische Utensilien in den Küchenladen (da wirken wohl noch die vielen Jahre in der kleinen Schiffsküche nach 😉).
  • Dieses Querschäler Modell hat eine wirklich scharfe Klinge, ist ziemlich leicht und liegt mir mit dem etwas schmäleren Griff so gut in der Hand, dass ich schnell und mit Freude Spargel schäle, auch wenn ab und zu Spargelschalen in der Klinge hängen bleiben.

Der rote Schäler mit der gewellten Klinge war schon in Matthias Küchenlade, wie ich eingezogen bin und wird von ihm und den Kindern gerne verwendet.

Der Sparschäler Jonas weckt bei mir übrigens Kindheitserinnerungen. Ich weiß nicht genau wer, aber meine Mama oder eine meiner Omas hatte ihn ganz sicher verwendet. Ich habe ihn erst jetzt, bei den Recherchen zu diesem Blog-Beitrag wieder entdeckt und werde mir ganz sicher einen besorgen. Gemeinsam mit einem „Rex“ den ich gerne in einer der schönen Farben vom Foto hätte! (Soviel zu „ich habe lieber weniger in meinen Küchenladen“ …)

Hast Du einen Lieblings-Sparschäler? Was schälst Du womit? Ich bin soooo neugierig...

PS. Äpfel schäle ich übrigens am liebsten mit einem kleinen, leicht gebogenen Messerl. Aber dieses Messerl und sein täglicher Einsatz in meiner Küche hat einen eigenen Blog-Beitrag verdient.

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