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Kochen

Bei meinen Kochkursen sehe ich immer wieder, wie schwer sich manche Teilnehmer*innen mit dem Schälen von Obst und Gemüse tun. Diese Plagerei und die daraus resultierende Unlust ist echt unnötig, denn mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Übung ist das Schälen nicht nur flugs erledigt, sondern macht auch Spaß! Es ist daher nicht übertrieben, sich einmal Gedanken über den Sparschäler zu machen.

Der praktische Wert eines guten Sparschälers ist meiner Meinung nach absolut unterschätzt. Der reelle Wert hält sich sehr in Grenzen. Was wohl mit ein Grund ist, dass man oft zu viele Sparschäler in der Lade hat und gar nicht weiß, welchen man wofür verwenden soll. Denn ja, ganz abgesehen von Deiner persönlichen Vorliebe und Gewohnheit gibt es für jedes Obst und Gemüse den richtigen Sparschäler. Und das geniale ist: wenn Du einen Längsschäler und einen Querschäler besitzt, dann hast Du das gesamte Spektrum abgedeckt.

Warum heißt der Sparschäler Sparschäler?

Weil es mit einem Sparschäler einfach ist, Obst und Gemüse dünn (sparsam) abzuschälen. Um dieses sparsame Abschälen noch einfacher zu machen, befindet sich bei den meisten Modellen ein Abstandhalter gegenüber der Klinge, der die Schäldicke begrenzt. Sparschäler, Gemüseschäler und Schäler meint alles ein und dasselbe und nicht, wie ich lange Zeit gedacht habe, Küchenwerkzeuge mit unterschiedlichen Eigenschaften oder Designs.

 

Was für Sparschäler gibt es?

Sparschäler kann man nach den unterschiedlichen Eigenschaften und Designs folgendermaßen kategorisieren:

Der Längsschäler

Beim Längsschäler liegt die Klinge längs zum Griff und ist quasi eine Verlängerung desselben. Der Längsschäler eignet sich besonders für kleines und rundes Schälgut. Beim Schälen von Erdäpfeln oder Äpfeln liegt der Längsschäler angenehm in der Hand und der Daumen der Schälhand stützt sich am Schälgut ab. Diese Verbindung zwischen Schäler und Schälgut ermöglicht es, Rundungen und kleine, flache Einkerbungen im Verlauf ergonomisch mitzuschälen. Der Längsschäler wird dabei mit den Fingern und der Hand geführt.

Bei langem Schälgut wie Karotten, Spargel und Gurken wird der Längsschäler ohne zusätzlichen Daumenkontakt und mithilfe des ganzen Arms bedient. Der satte Kontakt zum Schälgut fehlt, was sich, mit wenig Übung, eher wackelig anfühlt. Für langes Schälgut empfehle ich daher einen Querschäler.


Der Querschäler

Beim Querschäler liegt die Klinge quer zum Griff, der mit den Fingern der Schälhand gut festgehalten werden kann. Der Querschäler ist daher einfacher zum Halten und ist heute der Schäler, mit dem man als Kind seine Schälkariere beginnt. Das führt oft dazu, dass man für den Rest seines Kochlebens bei diesem Schäler bleibt. Das ist schade, denn das Schälen von kleinerem Obst und Gemüse ist mit dem Längsschäler viel einfacher.

Der Querschäler ist der Sparschäler meiner Wahl, wenn ich langes und großes Gemüse wie Karotten, Spargel, Gurken, Kürbis,… schälen möchte. Bei Verwendung eines Querschälers wird das Schälgut mit einer Hand gehalten und dabei oft am Handballen abgelegt. Der Querschäler wird mit den Fingern der Schälhand gut festgehalten und mithilfe des ganzen Arms dem Schälgut entlanggezogen. (Ein bisschen wie mit einem Nassrasierer.)

Der Querschäler wird, ob seiner Form, manchmal auch Y-Schäler genannt – was man bei den Modellen mit eher dünnem Griff sehr gut versteht. Ich bin ein Fan der Querschäler mit dickem Griff, aber wie gesagt, das ist sehr individuell.


Der Schwenkschäler

Unter einem Schwenkschäler versteht man einen Sparschäler mit beweglicher Klinge. Die Klinge ist auf einem Drehpunkt montiert und passt sich dadurch unter Druck dem Schälgut an. Das macht ihn sehr benutzerfreundlich. Heute sind fast alles Längs- und Querschäler als Schwenkschäler ausgeführt.


Der Sparschäler mit Wellenschliff

Erleichtern das Schälen von Obst und Gemüse mit harter Schale und weichem Fruchtfleisch wie Tomaten oder Kiwis. Es gibt Längs- und Querschäler mit Wellenschliff.


Besondere Sparschäler

Auch unter den Sparschäler gibt es Produkte und Designs, die zu Klassikern geworden sind.

Sparschäler Famos
der Praktische

Der Sparschäler Famos ist ein klassische Längsschäler mit beweglicher und austauschbarer Klinge. Er wurde von Albert Deimel erfunden und 1936 patentiert. Seither wird er in Deutschland gefertigt.

Der Sparschäler Famos ist sehr leicht und liegt mir gut in der Hand. Er ist mein absoluter Liebling, wenn`s ums Erdäpfelschälen geht und kommt bei Bedarf mit zu meinen Kund*innen.


Sparschäler Rex
der Schweizer Designklassiker

Das Original mit dem internationalen Musterschutz («Mod. Int. 11002») ist der erste Sparschäler mit einer quer liegenden Klinge und wurde in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts vom ehrgeizigen Tüftler Alfred Neweczerzal erfunden. Bis 2020 wurde der Sparschäler Rex in einem kleinen Familienunternehmen in Affoltern am Ablis größtenteils von Hand gefertigt und millionenfach verkauft. Im Zuge der Nachfolgeregelung wurde das Familienunternehmen Zena AG der Victorinox AG zum Kauf angeboten und von dieser übernommen.

„Rex“ hat eine bewegliche, quer liegende Klinge und der ergonomische Griff ist aus einem Stück Aluminium gefertigt. Die Stahlklinge ist extrem langlebig und schneidet auch nach jahrelangem Gebrauch noch einwandfrei. „Rex“ ist sowohl zum Schälen von Obst und Gemüse als auch zum Hobeln von Schokolade und Hartkäse geeignet.

Der Sparschäler Rex verbindet Funktionalität und Design auf so geniale Weise, dass er schon in mehreren Design-Ausstellungen gezeigt und 2004  auf der Schweizer 15-Rappen-Briefmarke abgebildet wurde. YSSO – Das Online-Magazin über Handwerk und Design aus dem deutschsprachigen Raum hat 2015 einen sehr schönen Artikel über den „Rex“ und die Geschichte der Zena AG geschrieben: Der King der Küche.

Der Sparschäler Rex ist für Links- und Rechtshänder geeignet.


Sparschäler Jonas
der Klassiker aus Schweden

Der Sparschäler Jonas wurde 1953 in Schweden entworfen und ist, wie der Sparschäler Famos ein leichter Längsschäler mit beweglicher Klinge, der sich perfekt für`s Erdäpfelschälen eignet.

Die Klinge hat zwei Kanten, um die Verwendung in beide Richtungen und mit beiden Händen zu ermöglichen. Obwohl oft kopiert, wird das Original immer noch von Linden Schweden hergestellt. Seit vielen Jahrzehnten ist es der Standardschäler in den USA.


Welche Sparschäler verwende ich?

Wie Du sehen kannst, hab ich echt viele Sparschäler Famos und, wie schon weiter oben erwähnt, verwende ich sie sehr gerne zum Erdäpfelschälen.

Die beiden Querschäler sind meine liebsten Schäler für alle geraden und längeren Gemüse wie Karotten, gelbe Rüben, Petersilwurzeln, Pastinaken, Gurken und auch Spargel.

Du hast richtig gesehen und gelesen, ich besitze keinen speziellen Spargelschäler. Das hat zwei Gründe:

  • Ich bin kein wirklicher Gedget-Freak und hab lieber weniger, dafür praktische und mir sympathische Utensilien in den Küchenladen (da wirken wohl noch die vielen Jahre in der kleinen Schiffsküche nach 😉).
  • Dieses Querschäler Modell hat eine wirklich scharfe Klinge, ist ziemlich leicht und liegt mir mit dem etwas schmäleren Griff so gut in der Hand, dass ich schnell und mit Freude Spargel schäle, auch wenn ab und zu Spargelschalen in der Klinge hängen bleiben.

Der rote Schäler mit der gewellten Klinge war schon in Matthias Küchenlade, wie ich eingezogen bin und wird von ihm und den Kindern gerne verwendet.

Der Sparschäler Jonas weckt bei mir übrigens Kindheitserinnerungen. Ich weiß nicht genau wer, aber meine Mama oder eine meiner Omas hatte ihn ganz sicher verwendet. Ich habe ihn erst jetzt, bei den Recherchen zu diesem Blog-Beitrag wieder entdeckt und werde mir ganz sicher einen besorgen. Gemeinsam mit einem „Rex“ den ich gerne in einer der schönen Farben vom Foto hätte! (Soviel zu „ich habe lieber weniger in meinen Küchenladen“ …)

Hast Du einen Lieblings-Sparschäler? Was schälst Du womit? Ich bin soooo neugierig...

PS. Äpfel schäle ich übrigens am liebsten mit einem kleinen, leicht gebogenen Messerl. Aber dieses Messerl und sein täglicher Einsatz in meiner Küche hat einen eigenen Blog-Beitrag verdient.

In diesem Blog-Beitrag zum Saisonkalender Februar teile ich meine Lieblingsgerichte, Rezepte & Infos zu dem Obst und Gemüse, das es jetzt aus regionalem Anbau gibt. Da sich in den Wintermonaten die Produkte am Saisonkalender über Monate sehr ähneln, schau gerne auch in meinen Blog-Beitrag Saisonkalender Jänner Rezepte & Infos.

Hier geht`s zum Saisonkalender Februar von Geo, denn ich finde, der ist sehr übersichtlich und informativ.

SALAT IM FEBRUAR

Da ich auch in der kalten Jahreszeit gerne Salat esse, hab ich im Abschnitt Salat im Jänner schon im Saisonkalender Jänner über meine Liebe zu Rucola, Vogerlsalat und Chinakohl geschrieben. Da es alle drei, also Rucola, Vogerlsalat und Chinakohl auch im Februar aus heimischem Anbau gibt, kann ich meiner Liebe weiter frönen 🙂 Aber es gibt noch genügend anderes Gemüse, aus dem man auch im Winter wunderbare Salate machen kann!

Weißkraut (Weißkohl)

Salate mit Kraut sind soooo schön knackig und schmecken für mich daher im positivsten Sinne gesund. Wahrscheinlich mache ich sie deswegen besonders gerne an grauen Wintertagen. Neben dem klassischen Krautsalat und dem Krautsalat wie in Südtirol mache ich für uns auch Coleslaw oder den fruchtigen Krautsalat, aus dem Kochbuch „Genussvoll vegetarisch“ von Yotam Ottolenghi. Wenn Du das Kochbuch hast: “fruchtiger Rotkohlsalat” auf Seite 102 und wenn nicht, dann findest Du ihn auf www.reggi.hu als Ottolenghi`s genialer Wintersalat, mit ziemlich genau den Abwandlungen, die ich auch mache.

schnelles Rezept
klassischer Krautsalat

Mir kommt vor, der klassische Krautsalat ist bei uns ein bissl aus der Mode gekommen. Irgendwie schade, denn der Arbeitsaufwand ist nicht groß und er hält sich, im Kühlschrank aufbewahrt, mehrere Tage. Und das, ohne an Qualität zu verlieren – ganz im Gegenteil, ich finde, der Krautsalat wird mit der Zeit immer besser!

für 6 – 8 Portionen

  • 1 kg Weißkraut sehr fein hobeln, kräftig salzen (1 TL) und gut durchrühren.
  • 1 Stunde rasten lassen und dabei ca. alle 20 Minuten gut durchkneten.
    (Das Einsalzen und Durchkneten zerstört die Zellstruktur und mach das Kraut weicher und bekömmlicher. Wenn man nicht genug Zeit hat zum Rasten lassen, kann man das Kraut auch länger und öfter durchkneten. Das mach ich auch, wenn ich nur wenig Krautsalat mache, bei größeren Mengen ist mir das Stehenlassen angenehmer.)
  • Das Kraut mit den Händen auspressen und in eine Schüssel geben.
  • 100 ml Wasser, 4 EL Apfelessig und 1 TL ganzer Kümmel aufkochen und heiß über das Kraut gießen. 8 EL Pflanzenöl dazu geben, verrühren und abschmecken.
  • Am besten schmeckt der Krautsalat, wenn er jetzt noch ein bissl durchziehen kann.

MEIN TIPP: 2 geschälte, entkerne und grob gerieben Äpfel geben dem klassischen Krautsalat eine süßlich-fruchtige Note und damit einen unerwarteten Twist.

schnelles Rezept
Krautsalat wie in Südtirol

In Südtirol hat die Wirtin den Krautsalat zu den Spinatknödeln mit Kümmel, Condimento Bianco und Olivenöl zubereitet. Das hat super geschmeckt! Die Art der Zubereitung ist prinzipiell dieselbe, wie beim klassischen Krautsalat, also:

für 6 – 8 Portionen

  • 1 kg Weißkraut sehr fein hobeln, kräftig salzen (1 TL) und gut durchrühren.
  • 1 Stunde rasten lassen und dabei ca. alle 20 Minuten gut durchkneten.
    (Das Einsalzen und Durchkneten zerstört die Zellstruktur und mach das Kraut weicher und bekömmlicher. Wenn man nicht genug Zeit hat zum Rasten lassen, kann man das Kraut auch länger und öfter durchkneten. Das mach ich auch, wenn ich nur wenig Krautsalat mache, bei größeren Mengen ist mir das Stehenlassen angenehmer.)
  • Das Kraut mit den Händen auspressen und in eine Schüssel geben.
  • 100 ml Wasser, 6 EL Condimento Bianco und 1/2 TL ganzer Kümmel kurz aufkochen und heiß über das Kraut gießen. 8 EL kräftiges Olivenöl dazu geben, verrühren und abschmecken.

Karotten

Grob gerieben oder mit dem Sparschäler in sehr dünne Scheiben „geschält“ passen Karotten zu jedem Salat, aber auch pur, mit Olivenöl und viel Zitronensaft gewürzt schmecken sie super.

schnelles Rezept
Karottensalat

Dieser sehr schnell gemachte Karottensalat ist nicht nur super knackig, auch seine knallige Farbe und die zitronige Säure tun im Winter gut!

für 6 Portionen

  • 700 g Karotten schälen oder gut waschen und grob reiben.
    Ich mache das gerne mit dem groben Reibeaufsatz meiner Küchenmaschine, aber wenn Du ein gutes Reibeisen hast, dann geht das auch von Hand recht gut.
  • Die geriebenen Karotten mit viel Zitronensaft, Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
    Der Unterschied zwischen „Karottensalat“ und „WOW“ ist die Menge an Zitronensaft und  Salz. D. h., solange es nur nach Karottensalat schmeckt, hast Du noch nicht genügend Zitronensaft dazu gegeben!
  • Vor dem Servieren nochmals abschmecken und mit frischen Kräutern vermischen. Ich finde, Minze, Dille und Petersilie (sortenrein oder auch gemischt) passen besonders gut, aber da gibt es keine Regel, nimm das, was Dir schmeckt oder was Du zu Hause hast.

 

GEMÜSE IM FEBRUAR

Auch im Februar erstaunt mich die Menge an Gemüse, die es aus heimischem Anbau gibt. Es gibt momentan den, in Österreich noch nicht so bekannten Grünkohl so wie Porree (Lauch) und Kohlsprossen (Rosenkohl) zum Teil noch aus dem Freiland. Als Lagerware gibt es u. A. Chicorée, gelbe Rüben, Erdäpfel (Kartoffeln), Karotten, Kohl, Kürbis, Pastinaken, Rettich, Rote Rübe, Rotkraut, Schwarzwurzeln, Spitzkohl, Steckrübe, Weißkraut (Weißkohl), Zeller (Knollensellerie) und Zwiebel.

Erdäpfel (Kartoffeln)

Auch wenn man manchen Erdäpfelsorten ansieht, dass sie mittlerweile mehrere Monate gelagert wurden, schmecken tun sie immer noch super und Verwendungsmöglichkeiten gibt`s ja genug:

  • Wiener Erdäpfelsuppe
  • cremige Erdäpfelsuppe
  • Erdäpfelgulasch
  • Erdäpfelpuffer
  • Schupfnudeln
    (Mohnnudeln!)
  • Erdäpfelgröstl
    (z. B. Rahmsuppe mit Erdäpfelgröstl, oder ein Cremespinat mit Erdäpfelgröstl, oder …)
  • Erdäpfelspalten aus dem Rohr
  • Ofenkartoffeln (lustig, da sag ich Kartoffel 🙃)
    mit Kräuterrahm und Salat
  • Tortilla de Patatas
    (Um weniger Fett zu verwenden, mach ich die Tortilla de Patats mit gekochten Erdäpfeln. Das heißt, ich koche die Erdäpfel im Ganzen und verwende sie dann geschält und in Scheiben geschnitten wie die frittierten Erdäpfelscheiben im Rezept.)

Besonders mehlige Erdäpfeln eignen sich jetzt, wo sie schon länger gelagert sind, für manche Gerichte besonders gut. Erdäpfelknödel und Schupfnudeln lassen sich aus gelagerten und daher wesentlich weniger feuchten Erdäpfeln besser zubereiten und werden deutlich flaumiger.

Bei uns sind gratinierte Erdäpfel im Moment der totale Hauptspeisen-Hit! Ich mache sie, ganz österreichisch, mit Béchamel, würze sie sehr vorarlbergisch, mit gutem Käse und gebe ihnen, typisch italienisch, mit Kapern Säure und mit Bröseln und Pinienkernen Crunch. Soulfood, vom Besten 💛

Zeller (Knollensellerie)

Also ich gehöre ja zu den Menschen, die Zeller  lieben. Gerne verwende ich ihn gemeinsam mit Karotten und gelben Rüben in Schmorgerichten oder als Gemüse aus dem Rohr. In dieser Kombination sorgt er für einen herzhaften Kontrast zu den süßlichen Karotten und gelben Rüben. Rezeptvorschläge dazu findest Du im Saisonkalender Jänner und dann gibt`s natürlich noch mein Rezept für geschmorte Hühnerkeulen in dem Karotten, gelbe Rüben und Zeller eigentlich die Hauptrolle spielen.

Aber aus Zeller kann man noch soooo viel mehr machen!

Zeller in der Salzkruste, braucht recht lange, aber da er das ganz alleine im Rohr macht und ratzfatz vorbereitet ist, mach ich ihn immer wieder sehr gerne. Durch die eher dünne Haut nimmt er durchaus etwas Salz auf (also Vorsicht beim anschließenden Würzen) und entwickelt eine sehr leichte und angenehme Säure.

  • Frisch aus dem Rohr serviere ich ihn als warme Vorspeise oder leichtes Abendessen. Das geht ganz schnell:
    Schälen und in dicke Scheiben schneiden und mit einer Mischung aus Olivenöl, frischem Thymian und ganz wenig Zitronenschale übergießen. Dazu passt ein guter Ziegenfrischkäse und frisches Weißbrot.
  • Lauwarm oder kalt esse ich ihn aber auch sehr gerne. Dazu schäle ich ihn, schneide ihn in Scheiben und mariniere anschließend mit Codimento Balsamico und Olivenöl. Zum Garnieren verwende ich Walnüsse oder geröstete Haselnüsse und Vogerlsalat.

Relativ oft mache ich auch eine Zellercremesuppe und ein Zellerpüree. Beides ohne Erdäpfeln, denn ich mag den herzhaften Zellergeschmack den ich bei der Zellercremesuppe mit etwas Obers und beim Zellerpüree mit Crème fraîche abrunde.

schnelles Rezept
panierter Zeller

Panierter Zeller ist wirklich schnell gemacht. Am liebsten esse ich ihn mit einer falschen Sauce Tartare und Petersilerdäpfeln.

  • Den rohen Zeller halbieren, in 1 cm dicke Halbmonde schneiden und anschließend schälen.
  • Die Zellerscheiben in Mehl wenden, durch verschlagene Eier ziehen und in Brösel wenden. (Ja, dabei bleibt genug Mehl am rohen Zeller haften und nein, das Mehl soll nicht mit den Händen angepresst werden.)
  • Reichlich neutrales Pflanzenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und den Zeller darin schwimmend von beiden Seiten goldbraun backen. Dabei nur einmal wenden! Wenn der Zeller die richtige Farbe hat, dann ist er gar. Wirklich!!!

Kohlsprossen

Und dann noch die Kohlsprossen!

Ich liebe Kohlsprossen, weiß aber, dass viele sie nicht so mögen und als kohlig und langweilig empfinden. Das ist sehr schade, denn sie sind sehr lange aus heimischem Anbau erhältlich und sehr wandlungsfähig.

Probiert einmal mein Rezept für Kohlsprossen aus dem Rohr. Ich vermische die Kohlsprossen in dem Rezept roh mit Zwiebel, Thymian, Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Olivenöl und schiebe sie ins Rohr. Wenn sie rauskommen sind sie außen leicht knusprig und innen fast schon cremig-weich. Ausprobieren dringend empfohlen!!!

Haben Dich meine Rezepte, Infos und Tipps zum Saisonkalender Februar inspiriert? Gefällt Dir das Format oder würdest Du Dir eine andere Herangehensweise wünschen? Ich freue mich über Deine Meinung in meinen Kommentaren 🙂

Kohlsprossen sind leider nicht so beliebt, wie sie es sein könnten, denn in der bei uns klassischen Zubereitungsform (gekocht und mit Speck angebraten) kommt ihr wahrer Geschmack oft gar nicht zur Geltung.

Ich brate die Kohlsprossen gerne im Rohr. Kein Vorkochen, kein nix. Roh mit Zwiebel und Gewürzen vermischen, ins Rohr schieben und mit Grillfunktion braten, bis sie leicht knusprig und weich sind. So zubereitet passen sie zu vielem. Sofort serviert sind sie eine super Beilage und lauwarm, z. B. mit Minze, Feta vermischt, Olivenöl und etwas Condimento Balsamico sind sie eine wunderbare Vorspeise oder ein perfekt leichtes Mittagessen.

In Rezepten sind wir immer wieder mit Begriffen konfrontiert, die wir zwar verstehen und auch umsetzten, aber was genau sie bedeuten und worauf es dabei wirklich ankommt, wissen wir oft nicht. Aufwallen lassen, leicht oder schwach wallend kochen und wallend kochen gehören da ganz eindeutig dazu. Wobei wir letzteres, das wallende Kochen, nur mehr sehr selten tun sollen.

In diesem Blogbeitrag verrate ich Euch meine Lieblingsgerichte mit regionalem Gemüse im Jänner.

Nach den Familienfeiern, Festessen und Partys, die Weihnachten und den Jahresausklang normalerweise begleiten, hab ich im Jänner wieder mehr Gusto auf Alltagsgerichte, Salat und Gemüse. Wie cool, dass ich jetzt, mitten im Winter, meinen Salatgusto mit regionalen Produkten befriedigen kann. Ein Blick auf den Saisonkalender Jänner macht außerdem klar: dank der lagerfähigen Gemüsesorten gibt es auch beim Kochen viele Kombinationsmöglichkeiten und genügend Abwechslung!

Ich und ein Online-Kurs? Ich, die analoge Barbara, die Stadtpläne lieber faltet als googlet, die das Haptische an Kochbüchern schätzt und Ö1 am liebsten aus dem Radio hört?

Aber was tun, wenn ich keine Kochkurse abhalten kann? Ein Online-Kochkurs? Naja, so ganz kann ich mir das nicht vorstellen… Aber trotzdem hab ich mir bestehende Online-Kochkurse angeschaut, mit Bruno von Saporito über das Wie philosophiert, hab mit einem lieben Freund Probeaufnahmen gemacht, hab Ideen geboren und Konzepte verworfen.

Und ich hab über einen Podcast nachgedacht. Wie Ihr wisst liiiiiiebe ich es über’s Kochen zu reden! Es gibt dazu soooo viel zu sagen! Es gibt darüber soooo viel zu erzählen! Da sind die unzähligen Annäherungen ans Kochen. Alles ist möglich. Jeder und jede hat einen eigenen Weg, einen eigenen Zugang. Lieblingsgerichte, kleine Kochfeinde, liebste Zutaten,…

Da war sie, die Idee zu einem Online-Kurs…

  • in dem sich alles um’s Kochen dreht ohne, dass es ein Kochkurs im herkömmlichen Sinn ist
  • in dem ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen längeren Zeitraum begleite
  • in dem sich jede und jeder ganz individuell weiterentwickeln kann
  • in dem wir schmecken, ausprobieren, riechen,…
  • und einmal ganz bewusst das in den Vordergrund stellen, was wir sonst einfach nur tun: das Kochen.

Aber wie’s halt so ist – zu jeder schönen Idee gibt’s Zweifel und Bedenken. Was für ein Glück, genau in dieser Phase bin ich auf SOMBA Kickstart gestoßen! Ein Online-Kurs in dem ich lerne einen Online-Kurs zusammenzustellen und zu launchen, aber viel wichtiger: Ein Format, in dem mich tolle Coaches mit liebevoller Strenge aus meiner Comfort-Zone hinausstoßen. Keine Ausrede gilt! Und schon bin ich mittendrinnen in der digitalen Welt und beschäftige mich mit Dingen, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt.

Was Euch beim Kochen stresst

Ich habe eine Umfrage zu eurer Stimmung beim Kochen gemacht. Was ist für Euch das Schönste am Kochen? Was stresst Euch im Kochprozess am meisten?

Den größten Stress erzeugt offensichtlich das Timing. Das Timing während dem Kochen. Ein voll spannendes Thema! Aber auch sehr, sehr groß. Und ja, ich geb’s gleich zu – für meinen ersten Online-Kurs hab ich mir das für Euch zweitwichtigste Thema ausgesucht. Der kulinarische Alltagstrott.

  • „Was koche ich heute?“
  • „Ich koche immer dasselbe“
  • „Ich möchte mit dem saisonalen Angebot abwechslungsreicher kochen“
  • „Ich trau mich nicht über neue Zubereitungsarten“,…

Und jetzt ist es soweit! Kommende Woche beginnt mein erster 4-wöchiger Online-Kurs Einfach Kochen – Wege aus dem kulinarischen Alltagstrott.

Ich freue mich schon riiiiiiesig und hoffe, dass viele von Euch dabei sein werden!!!

Der erste Testlauf meines Online-Kurses

Wie in meinen Kochkursen möchte ich nämlich auch im Onlineformat so intensiv wie nur irgend möglich auf Eure Bedürfnisse eingehen und dabei hoffe ich auf Eure Unterstützung. In der ersten Runde des Kurses haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit wöchentlich einen Fragebogen auszufüllen damit ich weiß, ob wir in der richtigen Richtung unterwegs sind, oder ob Ihr doch lieber wo verweilen oder abbiegen wollt. Als Dankeschön für Eure Mitarbeit ist die Teilnahme an dieser ersten Runde kostenlos.

Wenn Ihr Interesse habt füllt doch gerne und gleich das Anmelde-Formular aus oder lest hier noch mehr über den Ablauf von meinem Kurs Einfach Kochen.

Ich freu mich auf alle, die mit mir gemeinsam den kulinarischen Alltagstrott verlassen wollen und wünsche uns allen viel Spaß beim Kochen und Genießen!

Der einzige Nachteil vom Karpfen ist, dass er Karpfen heißt! Würden wir ihn einfach anders nennen und damit die vielen Karpfenerinnerungen umgehen, ich bin überzeugt, er wäre ein beliebter Speisefisch.

Mein Weg zur Karpfenliebe

Die meisten von uns haben einfach kein Bilder, keine Gerüche, keinen Geschmack zu einem Mhmmm-das-war-gut-Karpfengericht.

Bei mir war das auch nicht anders und darum bin ich Marc Mößmer von der ARGE Biofisch sehr dankbar, denn er hat mich vor einiger Zeit auf den Karpfen gebracht. Mit viel Spaß habe ich seither Rezepte für meinen Bio-Fisch Kochkurs Karpfen entwickelt und ausprobiert. Hab Freunde verkosten lassen und mich immer wieder gefreut, wenn’s geschmeckt hat.

„Wow, das ist gut – schmeckt gar nicht nach Karpfen!“

Der arme Karpfen. Er schmeckt also nur, wenn er nicht nach Karpfen schmeckt… Was so natürlich nicht stimmt!

Das Gute am Karpfen

Karpfen aus verantwortungsvoll und nachhaltig bewirtschafteten Teichen schmeckt, und zwar, einfach gut! Karpfen hat keinen sehr aufdringlichen Eigengeschmack und lässt sich daher sehr vielfältig verwenden. Besonders das geschröpfte Filet nimmt Gewürze gut auf. Das Fleisch ist robust aber fein. Karpfen muss nicht so auf den Punkt gebraten werden wie Saibling, Forelle oder gar Thunfisch und schafft es daher immer saftig auf’s Teller.

Ich sag’s Euch, der Karpfen ist der kleine Wunderwuzzi unter den heimischen Fischen! Gut, dass er im Fischratgeber von Greenpeace unter den ganz wenigen Fischen ist, die regelmäßig mit „Wenn Fisch dann dieser“ ausgezeichnet werden 😊

Karpfen gehört zu Weihnachten. Warum das so ist, weiß ich zwar nicht, aber ich hoffe, dass dadurch auch heuer wieder das eine oder andere Vorurteil abgebaut wird. Und um dem Nachzuhelfen habe ich auch gleich ein weihnachtliches Karpfenrezept für Euch, das durch drei Dinge besticht: es ist gut zum Vorbereiten, einfach zum Fertigstellen und optisch extrem weihnachtlich. Was braucht es mehr in den turbulenten Vorbereitungen zum schönsten Fest des Jahres!!! Da kann man schon mal vernachlässigen, dass es zwei durchaus schwierige Produkte vereint, nämlich Karpfen und Rote Rüben.

Okay, okay,… Wer Rote Rüben nicht mag, ersetzt sie einfach durch gemischte Kräuter und etwas gepressten Knoblauch. Wen der Karpfen skeptisch stimmt, dem rate ich dringend, es trotzdem auszuprobieren.

Gutes Gelingen und frohe Weihnachten!


Weihnachtliche Karpfenpackerln

Zutaten für 6 Portionen

  • 900 g Karpfenfilet, geschröpft
  • 1 Glas milder Rote Rüben Salat (ich verwende gerne den von Staud’s)
  • 60 g Butter
  • Kren (frisch gerieben oder aus dem Glas)
  • Honig
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 6 Backpapierstücke, die Standardbreite von ca 38 in 25 cm lange Stücke geschnitten
  • Küchengarn oder Heftklammern

Zubereitung

  1. Karpfenfilet mit kaltem Wasser abspülen, trocknen und in 6 annähernd gleich große Stücke schneiden.
  2. Den Rote Rüben Salat abgießen. Den Kren reißen oder das Glas öffnen 😉  Butter in 6 Stück schneiden.
  3. Je ein Karpfenfilet in die Mitte des Backpapiers legen und mit Salz und Pfeffer würzen. Darauf kommen 2 EL Rote Rüben Salat, ½ TL Honig, 1 guter TL Kren und ein Stück von der Butter. Das Backpapier über dem Fisch zusammenfalten und an den Seiten wie Zuckerln zusammenbinden (oder mit Heftklammern zusammenklammern) und auf ein Backblech legen.
    Bis hierher lässt sich alles sehr gut vorbereiten. Die Karpfenpackerln bis zur Verwendung kühl stellen. Kurz vor dem Essen, das Backrohr auf 200° C Umluft vorheizen und:
  4. Die Karpfenpackerln ins Rohr schieben und bei 200° C Umluft 12 Minuten garen. Aus dem Rohr nehmen, 2 Minuten rasten lassen und entweder im Backpapier oder auf individuelle Teller angerichtet servieren. Dazu passen Salzerdäpfel und ein einfaches Sauerrahmsaucerl.

Endlich kommt der Sommer! Parks, Bäder, Wiesen und Strände laden zum Verweilen und Lesen ein. Ich finde, Sommerlektüre muss zu den Temperaturen passen: Prickelnd & leicht, fruchtig & erfrischend soll sie sein. Und wer mich kennt weiß, dass auch ein bissl Schokolade nicht fehlen darf 😉

Ich habe fünf Bücher zum Thema Kochen & Genießen für Euch ausgesucht, die genau diesen Kriterien entsprechen. Ich bin schon gespannt, ob die Beschreibungen Gusto machen, und wem welches Buch “schmeckt”.

Über Rückmeldungen zu den vorgestellten Büchern freue ich mich ebenso sehr wie über Eure Empfehlungen für den Sommer.

Viel Spaß beim Gustieren & Lesen!


Julian Barnes
Fein gehackt und grob gewürfelt
Der Pedant in der Küche

sommerlektuere_feinGehacktUndGrobGewuerfeltJedes Mal, wenn ich dieses Buch zur Hand nehme, schafft es Julian Barnes, mich launig zu unterhalten und mich ein bissl zu nerven. Mit seinem durchaus britischen Humor lässt er mich schmunzeln, lachen und nachdenken.

Aus der Perspektive des Pedanten, dem es beim Kochen nur darum geht, alles richtig zu machen, schreibt er philosophisch über Kochbücher und die, die sie geschrieben haben. Die Angst, dass etwas nicht gelingen könnte sitzt dem Protagonisten dabei immer im Nacken und die Freude, wenn etwas gut schmeckt, ist überschattet von der Möglichkeit, beim nächsten Mal zu scheitern. Ich sag ja, er kann nerven…

Trotzdem empfehle ich das Buch aus ganzem Herzen! Sommerlich leicht eröffnet es auch Nichtpedanten einen unterhaltsamen und neuen Blick auf Kochbücher. Die beschriebenen Möglichkeiten sie auf unterschiedliche Arten zu lesen und zu verstehen, geben uns die Chance für einen neuen, ungezwungenen Zugang zu den manchmal streng erscheinenden Küchenhelfern.


Jaap Westerbos
Das Tao der Kartoffel
Warum Weisheit durch den Magen geht

sommerlektuere_taoDerKartoffel„In der Küche gibt es nichts, was nicht auch auf das Leben übertragbar wäre, und alles aus dem Leben brauchst du, wenn Du kochst“, sagt Jo Kwan auf Seite 212 des Buches.

Jo Kwan ist ein chinesischer Küchengott. Er verwickelt den Koch und Ich-Erzähler des Buches in launische Gespräche, gibt ihm Rätsel auf, spielt ihm Streiche und erzählt ihm Geschichten. Fein verpackt geht es dabei ums Kochen, Essen und Schmecken ebenso, wie um Freundschaften, taoistische Gedanken und Zen-Weisheiten.

Ein Buch, das ich sehr gerne zur Hand nehme. Meistens allerdings zieht mich die Plappertasche Jo Kwan so schnell von Geschichte zu Geschichte, dass ich während des Lesens zu wenig nachdenke.

Passt auch, denken kann ich dann im Nachhinein.


Tania Blixen
Babettes Fest

sommerlektuere_babettesFestIn dieser kleinen Novelle erzählt Tania Blixen von der Pariser Köchin Babette, die während des französischen Bürgerkrieges fliehen muss und in Norwegen bei den Propsttöchtern Martine und Philippa Aufnahme findet. Nachdem sie viele Jahre als Magd im Haushalt der sparsamen Schwestern gearbeitet hat zeigt sie, mit einem zuerst unpassend erscheinenden Dinner, dass Kochen eine Kunst und sie eine Künstlerin ist.

Alle, die an jenem Abend an der Tafel sitzen dürfen, entkommen für die Dauer des Mahls ihrem tristen Dasein, und auch die, die die Kunst nicht erkennen, werden weit über die Grenzen des Vorstellbaren von ihr berührt.

1950 wurde die Geschichte das erst Mal in einer Zeitschrift veröffentlicht. Heut erscheint sie als kleines Büchlein, das in aller Bescheidenheit sehr gewaltig davon erzählt, wie sehr Kochen und Essen auf die Gemeinsamkeit der Tischrunde wirkt.


Joanne Harris
Chocolat

sommerlektuere_chocolatDen Film hab ich nicht gesehen, aber das Buch sehr gerne gelesen.

Im Karnevaltreiben kommt Vianne mit ihrer Tochter Anouk nach Lansquenet-sous-Tannes und bleibt. Sie ziehen in das verlassene Haus des Bäckers und Vianne versucht mit Schokolade und ihrer Gabe zu fühlen, was andere Menschen brauchen, das Grau aus dem trägen Alltag des Städtchens zu vertreiben. Dass das, genauso wie die Fremden, die mit ihren bunten Booten am Flussufer festmachen, auf Widerstand stößt, versteht sich von selbst.

Es geht ums Ankommen & Bleiben, um Heimat & Fremde, um die Angst vor Neuem, sowie die kleinen Wunder, die passieren, wenn man sich dennoch darauf einlässt.

Ein irgendwie romantisches Buch für sommerliche Regentage, an denen man es sich mit einer Tasse heißer Schokolade zum Lesen bequem machen kann.


Martin Sutter
Der Koch

sommerlektuere_derKochObwohl schon 2010 erschienen ist die Geschichte vom Tamilen Maravan immer noch sehr aktuell.

Weil er Asylwerber ist, zählt weder seine Begabung noch sein Können als Koch und er muss froh sein, als Hilfskraft in einem Züricher Sternelokal arbeiten zu können. Als er seinen Job verliert, versucht er das vor seiner Familie in Sri Lanka zu verbergen, denn die baut nicht nur auf seinen Erfolg, sondern auch auf seine finanzielle Unterstützung.

Neben all der Schwierigkeiten verzaubern Maravans Menüs derart, dass eine Frau, die sonst nur an Frauen interessiert ist, mit einem Mann schläft und eine Frau, die sonst nur an Männern interessiert ist, mit einer Frau. Die Idee eines Caterings für Liebesmenüs wird geboren und die Verstrickungen beginnen.

Für mich ist „Der Koch“ ein Roman über die Liebe zum Kochen und die enge Verbindung zwischen Geschmack und Heimat. Und Martin Sutter lese ich sowieso immer gerne.


 

Jede und jeder von uns hat genügend Bretter, aber wenn irgendwo eine schöne Farbe, ein Angebot, ein nettes Muster oder eine cooles Design lockt, dann greifen wir wieder zu. Aber was erwarten wir eigentlich von einem Brett? Was soll und was kann es können?

Mein erstes Plädoyer habe ich für scharfe Messer geschrieben, weil sie für mich zu den wichtigsten Küchenwerkzeugen gehören. Aber gute Messer brauchen Platz. Platz auf dem sie schneiden können, also ein ausreichend großes Brett! Ausreichen ist Geschmacksache, ich weiß, aber damit lasse ich heute niemanden durchkommen, denn meine These ist:

Grundsätzlich sind die meisten Schneidbretter zu klein.

Eines meiner liebsten Schneidbretter ist aus Holz und 50 x 30 cm groß. Selbstbewusst beansprucht es seinen Platz auf der Arbeitsfläche, bietet mir die perfekte Plattform zum Schneiden und Hacken und hat außerdem noch ein Eckerl übrig, in dem ich das Geschnittene liegen lassen kann.

Denn mitunter ist es wichtig, das Geschnittene noch am Brett zu behalten, sei es um Stückgrößen aufeinander abzustimmen oder um einen Überblick zu bekommen. Auch Ungeschnittenes lässt sich auf einem großen Brett wunderbar arrangieren und betrachten. Ideen, was man daraus kochen kann, kommen dann oft wie von selbst.

Aber zurück zum Schneiden. Die Bretter, die man gemeinhin zu kaufen bekommt, sind gerade etwas größer als A 4, oder 14 Zoll, für die die sich’s in Monitorgröße besser vorstellen können. Wie soll sich das denn ausgehen?

In Wahrheit überfordert schon eine normalgroße Karotte dieses Platzangebot. So zaghaft und vorsichtig man sie auch schneidet, die Karottenstücke nützen ihre Chance und springen vom Brett. In einer professionellen Küche würde man sich nie mit solchen Brettern plagen! Dort gönnt man Köchinnen und Köchen eine angemessene Arbeitsunterlage und den Zutaten Platz.

Wisst Ihr, was es für eine Freude sein kann auf einem großen, ebenen Brett zu schneiden? Ich mache Euch jetzt nicht vor, dass das Schneiden von einem Kilo Zwiebel dann ein riesengroßer Spaß ist, aber die dünnen, nach dem Waschen im Geschirrspüler oft leicht gebogenen Plastikbretter aus Österreichs beliebtesten Möbelhaus werdet Ihr nach einem Vergleich sicher nicht mehr so gerne benützen.

Das beste Material für ein Schneidbrett

Holzbrett vs Plastikbrett
Das beste Material gibt es in Wahrheit nicht. Bei der Wahl zwischen Holz und Plastik nehmt daher ruhig was Euch besser gefällt oder sympathischer ist. Wo ein qualitativ hochwertiges Holzbrett weniger Gerüche aufnimmt, kann ein gutes Plastikbrett in den Geschirrspüler, schont eines aus weichem Holz die Messer und hat das Bambusbrett am wenigsten Gewicht.
Glas- und Steinbretter
Ein gutes Brett soll den schneidenden Bewegungen des Messers standhalten, der Klinge dabei aber nur einen sanften Widerstand bieten. Glas- und Steinbretter sind daher viel zu hart. Ganz persönlich mag ich sie auch wegen dem klirrend-kratzigen Geräusch nicht, das beim Schneiden entsteht und mich irgendwie beim Arbeiten hemmt.

 

Hygiene & Aufbewahrung

…sind wichtiger als man gemeinhin denkt. Das Brett gleich nach dem Gebrauch mit Spülmittel und wirklich heißem Wasser waschen, dann aufgestellt trocknen lassen. Auch zum Aufbewahren soll das Brett stehen und zwar an einem luftigen Platz also nicht in einer Lade oder einem Fach wo sich die Feuchtigkeit hält und die Keime vermehren.

Für mehr Infos über Bretter, Hygiene & Aufbewahrung: Schneidbretter im Test oder Holz oder Plastik? Schneidbretter im Vergleich

Meine Schneidbrett Empfehlung

schneidbretter_04Nur weil ich sie wirklich ganz besonders toll finde und nicht weil ich daran was verdiene: die Schneidbretter von Epicurean.

Aus dem, ursprünglich für Skateboard-Rampen entwickelten Material gefertigt sind sie formstabil & dünn, nicht schwer & daher gut zum Handhaben. Die Oberfläche ist feinporig & nimmt daher kaum Gerüche auf. Sie ist nicht zu hart & schont daher die empfindlichen Messerklingen.
Quasi als Draufgabe zu all dem dürfen sie auch noch in den Geschirrspüler.

Stimmt, das ist unglaublich! Und hätte ich in der Kochschule in Ashburton nicht 6 Wochen lang auf diesen Brettern gearbeitet, würde ich es auch nicht glauben. Einzig den etwas holen Klang, der beim Schneiden entsteht, finde ich etwas gewöhnungsbedürftig… Ich bin übrigens ein Fan der Kitchen Serie, denn die ist frei von Schnickschnack, Saftrinnen und Gummifüßen.

Einzelne Modelle findet man in gut sortierten Küchengeschäften, ansonsten kann man sie im Onlineshop bestellen.
(internationaler Shop | deutscher Shop)

Noch ein paar Schneidbrett Tipps

  • Wenn das Brett beim Schneiden rutscht oder wackelt, ein gefaltetes Hangerl oder ein Wettex drunter legen. Schon hört’s auf sich zu bewegen und zu klappern und man kann in Ruhe weiterschneiden.
  • Antirutsch- Gummifüßchen sind daher nicht notwendig. Ich finde es außerdem sehr praktisch, wenn ich ein Brett einfach umdrehen kann und damit noch eine saubere Fläche habe.
  • Eine Saftrille finde ich nur dann praktisch, wenn man wirklich einen saftigen Braten schneidet. Für’s alltägliche Arbeiten ist ein Brett, dass nicht durch eine Rille, in der noch dazu klein Geschnittenes „verloren“ geht, verkleinert ist deutlich angenehmer.
  • Da große Bretter meist etwas schwerer sind, nimmt man das Geschnittene am besten mit zwei Teigkarten um es in den Topf oder die Schüssel zu geben. Das Brett kann auf der Arbeitsfläche liegen bleiben.
  • Wenn sich Gerüche trotzig am Brett halten:
    Das Brett mit der Schnittfläche von zwei Zitronenhälften abreiben, dick mit Salz bestreuen und 15 Minuten einwirken lassen. Das Salz mit den Zitronenhälften nochmal gut ins Brett reiben und zum Schluss mit heißem Wasser abspülen. Stehend trocknen lassen.